Sie gehört zu den erfolgreichsten Frauen Hollywoods. Als Schauspielerin, Produzentin und Regisseurin hat sich Elizabeth Banks ihren Platz in einer Branche erkämpft, die Frauen lange weniger Raum gegeben hat. Umso spannender ist es, wenn sie über ein Thema spricht, das viele kennen - aber nur wenige offen ansprechen: das Gefühl, sich selbst irgendwann verloren zu haben.
"Man merkt manchmal erst sehr spät, dass man sich selbst Stück für Stück kleiner gemacht hat", sagt Banks gegenüber der Agentur teleschau. Ein Satz, der hängen bleibt. Denn für die 52-Jährige passiert das selten plötzlich. Es seien die kleinen Veränderungen im Alltag. Wer Entscheidungen trifft. Wer gehört wird. Wer mehr Raum einnimmt. Und wer sich immer weiter anpasst.
Mit der Serie "The Miniature Wife" (Sky & WOW) greift Banks genau dieses Thema auf. Darin spielt sie die Schriftstellerin Lindy, die von ihrem Ehemann durch ein wissenschaftliches Experiment versehentlich auf wenige Zentimeter geschrumpft wird. Was zunächst wie eine verrückte Sci-Fi-Komödie klingt, entwickelt sich schnell zu einer überraschend ehrlichen Geschichte über Macht, Beziehungen und Selbstwert.
Im Gespräch mit teleschau wird schnell klar: Banks sieht darin weit mehr als nur eine schräge Idee. "Frauen sind unglaublich gut darin, alles zusammenzuhalten - Familie, Arbeit, Beziehungen", sagt sie. "Aber oft merkt man erst später, dass man dabei selbst immer kleiner geworden ist."
Warum Beziehungen so kompliziert sind
Die Schauspielerin kennt diese Dynamik aus vielen Gesprächen mit Frauen. Man funktioniere. Man kümmere sich. Man halte alles am Laufen. Und irgendwann stelle man sich eine einfache, aber unbequeme Frage: "Wo bin ich eigentlich in all dem geblieben?" Für die Schauspielerin beginnt genau dort Veränderung.
Besonders bewegt hat sie an ihrer Figur, dass Lindy ausgerechnet durch eine Krise wächst. "Die schwierigen Zeiten lehren einen viel mehr über sich selbst als die guten", erklärt Banks gegenüber teleschau. "Wenn alles leicht ist, wächst man nicht wirklich." Eine Erfahrung, die sie auch aus ihrem eigenen Leben kennt. "Wenn man kämpfen muss, entdeckt man oft Seiten an sich, von denen man gar nicht wusste, dass sie da sind." Genau deshalb habe sie Lindy so fasziniert. Äußerlich werde die Figur immer kleiner - innerlich jedoch immer stärker.
Besonders ehrlich wird Banks, wenn sie über Liebe spricht. "Übersehen zu werden verletzt natürlich sehr tief, besonders von jemandem, den man liebt", sagt sie. Doch sie glaubt, dass die andere Seite genauso schmerzhaft sein kann. "Zu erkennen, dass man selbst jemanden nicht wirklich gesehen hat, kann sogar noch schwerer sein." Vielleicht, weil dann Schuld dazukommt. Für Banks liegt genau darin die große Herausforderung jeder Beziehung: "Wir wollen gesehen werden - aber wir müssen auch lernen, wirklich hinzuschauen."
Und vielleicht ist genau das der Grund, warum "The Miniature Wife" mehr ist als eine ungewöhnliche Sci-Fi-Serie. Denn hinter dem absurden Gedanken, plötzlich auf wenige Zentimeter zu schrumpfen, steckt eine Frage, die viele Menschen kennen: Wie viel Raum nehme ich eigentlich noch in meinem eigenen Leben ein? Und was passiert, wenn ich beschließe, ihn mir zurückzuholen?
Quelle: teleschau – der mediendienst