"Es war nicht immer mein moralischer Kompass, den ich moderiert habe", gesteht Lola Weippert (30) im Gespräch mit Sebastian Tigges (41). Im Podcast "Tigges trifft" sprach die Moderatorin über ihre Arbeit in der Medienbranche - und deutete an, welche Formate sie rückblickend kritisch sieht.

Den Namen der Sendung nennt Weippert nicht, auf Nachfrage von Sebastian Tigges deutet sie jedoch an, dass es sich um ein Reality-Format handle. Lola Weippert stand bereits für viele Produktionen vor der Kamera, besonders große Aufmerksamkeit bekam sie für ihre Moderation des RTL-Treuetests "Temptation Island" von 2021 bis 2025.

Mit Blick auf ihre früheren Jobs erklärt Weippert, sie habe sich manchmal die Frage gestellt: "Stehe ich wirklich hinter dem, was ich hier gerade moderiere?" Sie führt aus: "Ich finde es schon schwierig, dass man toxischen Männer so eine Bühne bietet und das über viele Jahre und würde mir wünschen, dass das aufhört."

Sie habe irgendwann feststellen müssen, "dass ich da nicht hinter stehen kann, dass da manchmal Sachen passieren, die ich so schlimm find, dass ich mich damit nicht identifiziere." Als Moderatorin sei es dabei nicht immer einfach, eine Grenze zwischen der Moderationsrolle und dem "Mensch mit Herz, der dahintersteckt" zu ziehen.

Lola Weippert wünscht sich mehr Menschlichkeit im Reality-TV

Dass insbesondere im Reality-TV übergriffiges oder toxisches Verhalten von Männern geduldet und abgebildet werde, darin sieht Weippert eine große Gefahr. "Es wird immer Menschen geben, die das sehen und sich dann denken 'Der kriegt ja Geld dafür, dann kann es ja gar nicht so schlimm sein, dann ist das vielleicht mein Vorbild'", so die Moderatorin.

Sie würde sich wünschen, "dass wir gerade im Reality-TV, aufhören toxischen A...l...ern die Reichweite und Bühne zu geben, weil das ist super gefährlich." Stattdessen solle mehr Menschlichkeit stattfinden.

"Dass Schlimmste ist, wenn es unkommentiert stehen gelassen wird, ohne es einzuordnen - das hast du ja gemacht", merkt Sebastian Tigges an. Lola Weippert erklärt, "ihr Bestes gegeben zu haben", betont aber gleichzeitig: "Manchmal wünschte ich mir, auch noch mehr gemacht zu haben. Aber am Ende des Tages bist du halt nur die Moderatorin."

Die Frage, ob sie sich beruflich auf eigenen Wunsch von diesen Formaten getrennt habe, beantwortet Weippert nicht. Sie deutet jedoch an: "Ich freue mich sehr, mittlerweile andere Formate moderieren zu dürfen, hinter denen ich zu 100 Prozent stehe." Aktuell führt Weippert unter anderem durch das ARD-Format "deep und deutlich". Dazu sagt sie: "Das ist mein Lieblingsformat und ich bin so, so glücklich, dass ich heutzutage solche Sachen machen darf."

Quelle: teleschau – der mediendienst