"Ich habe das Gefühl, ich muss kurz meine Stimme anmoderieren, weil die heute mal wieder so wackelig ist", sagt Judith Holofernes im aktuellen "Zwischen den Zeilen"-Podcast von und mit Bettina Böttinger. Anfang der Jahrtausendwende war die heute 49-Jährige als Sängerin der Pop-Band Wir sind Helden ("Guten Tag") bekannt geworden. 2014 und 2017 folgten Solo-Alben - dann hörte man musikalisch nichts mehr von der Berlinerin. Wie sie im März dieses Jahres in der ZDF-Sendung "Volle Kanne" verriet, mache ihr eine Stimmstörung seit rund acht Jahren das professionelle Singen unmöglich.

Auf die Stimmprobleme angesprochen zu werden, ist Holofernes indes nicht unangenehm, wie sie gegenüber Podcast-Moderatorin Böttinger beteuert: "Tatsächlich entlastet es mich, weil für mich ist immer das Anstrengendste, wenn ich das Gefühl habe, dass ich das kaschieren muss." Wenn ihre Gesprächspartner nicht informiert seien, habe sie oft das Gefühl, "dass Leute sich Sorgen machen, also dass man denkt: 'Was ist denn mit der los, ist die total aufgeregt oder krank?'" Tatsächlich handle es sich um ein Spannungs- und ein Steuerungsproblem, das an manchen Tagen stärker und an anderen Tagen überhaupt nicht auftrete.

Judith Holofernes versucht, "im Augenwinkel eine gewisse Hoffnung aufrechtzuerhalten"

Vergangenes Jahr habe sie erstmals eine Diagnose bekommen: spasmodische Dysphonie, eine seltene, neurologische Bewegungsstörung des Kehlkopfes. Doch dieser Befund sei inzwischen wieder mit einem Fragezeichen versehen, was sie gern zur Kenntnis genommen habe. Denn bei einer spasmodischen Dysphonie bestehe kaum Aussicht auf Besserung. So aber gelinge es ihr, "im Augenwinkel eine gewisse Hoffnung aufrechtzuerhalten".

Erstmals waren die Stimmprobleme 2017 bei Judith Holofernes aufgetreten - im selben Jahr erlitt sie mutmaßlich eine Hirnhautentzündung. Auch wenn der Zusammenhang zwischen beiden Diagnosen nicht belegt sei, handelte es sich für die praktizierende Buddhistin um ein Jahr des Umbruchs. "Ich habe noch eine Tour gespielt und war noch bei 'Sing meinen Song'", erinnert sie sich im Podcast. Dann habe sie den "Gong" vernommen, "dass ich mein Leben ändern muss".

Holofernes löste in der Folge ihr Management auf und suchte sich eine Assistentin, "die mir bei Sachen hilft, die mir schwerfallen". Seither ist die zweifache Mutter vor allem schreibend tätig und finanziert ihre künstlerische Arbeit großteils über Crowdfunding.

Quelle: teleschau – der mediendienst