Gut zu wissen: Die Zuschreibung "Aktiv-Rentner" lässt sich Harald Schmidt widerstandslos gefallen. So angesprochen von "Kulturzeit"-Moderatorin Nina Mavis Brunner gab der Late-Night-Host a.D. in einem aktuellen 3sat-Bericht zu Protokoll, er halte noch immer an den gleichen Tages-Routinen wie früher fest. "Nur ohne Fernsehen." Schmidt: "Morgens, sieben Uhr, wird der Deutschlandfunk angemacht. Das höre ich zwei Stunden, dann bin ich gebrieft für den Tag."

Seine Rolle beim "Traumschiff" dürfte allerdings auch ohne weltpolitisches Briefing zu stemmen sein. Seit 2007 ist der Entertainer immer mal wieder als Kreuzfahrtdirektor Schifferle in der ZDF-Reihe an Bord. "Ich zeichne den ja bewusst als Menschen mit mehreren Ebenen", scherzte Schmidt im in Zürich gedrehten TV-Interview auf einem Ausflugsdampfer.

Neulich habe ihn während der Dreharbeiten eine Frau mit den Worten angesprochen: "Ich habe eine Frage. Warum übertreiben Sie den Oskar Schifferle eigentlich so?" Er habe der Mitreisenden entgegnet, seine Darstellung sei mitnichten übertrieben. Schifferle habe eine posttraumatische Belastungsstörung wegen seiner heroinabhängigen Mutter. "Das versucht er zu überspielen, indem er leicht überkandidelt auftritt." Mit seiner originellen Erklärung hatte er offenbar Erfolg: "Das hat die Frau überzeugt."

"Wir haben bei der Crew großen Spaß, wenn wir uns das gegenseitig zeigen"

Von seinem "Traumschiff"-Engagement schwärmt Schmidt bei 3sat in den höchsten Tönen: "Die Reisen sind fantastisch. Die Stimmung in der Crew ist toll. Und vor allem: Es gibt kein Kunstgeschwafel." Dass die als seicht verschrienen Filme auch ein junges Publikum finden, freut ihn überdies: "Die gucken sich das an und machen parallel in den sozialen Netzwerken Kommentare", hat Schmidt beobachtet. "Sehr gut, sehr witzig, sehr böse zum Teil", nannte er die Publikums-Einlässe. "Wir haben bei der Crew großen Spaß, wenn wir uns das gegenseitig zeigen. Weil die Leute haben ja meistens recht."

Daran, so Harald Schmidt abschließend, zeige sich nicht zuletzt die moderne Art, Fernsehen zu konsumieren: "Es ist vollkommen egal, warum einer was guckt. Wenn sie es gucken, um Spaß zu haben, indem sie sich parallel Nachrichten schicken, ist es völlig okay."

In der kommenden "Traumschiff"-Episode, die das ZDF-Publikum am Ostersonntag nach Island führt, ist der langjährige Gastgeber der "Harald Schmidt Show" allerdings nicht zu sehen. Stattdessen dürfen sich die jungen und die nicht mehr ganz so jungen Fans auf einen Kurzauftritt von Dschungelcamp-Star Evelyn Burdecki ... sagen wir ruhig: freuen.

Quelle: teleschau – der mediendienst