Ob er bei seiner Premiere im Januar 2023 nervös war? Damals übernahm Louis Klamroth mit "Hart aber fair" immerhin die Moderation einer Talkshow, die zuvor über 20 Jahre lang von Frank Plasberg moderiert worden war. Allzu groß dürfte das Lampenfieber aber wohl nicht gewesen sein: Denn Louis Klamroth wurde am 28. Oktober 1989 in eine Hamburger Fernsehfamilie geboren. Seine Eltern sind die Kameraassistentin Katrin Klamroth und der Schauspieler Peter Lohmeyer. Durch seinen berühmten Vater kam Louis Klamroth schon früh mit den Medien in Berührung: 2001 spielten sie gemeinsam in dem Kinderfilm "Der Mistkerl".

Selbst fernzusehen war für den kleinen Louis jedoch lange eine Ausnahme, wie er im August 2022 in einem Instagram-Post verriet: "Meine Geschwister und ich durften höchstens mal Schloss Einstein oder Pfefferkörner einschalten", erinnerte er sich: "Wenn meine Eltern nicht zu Hause waren, aber die Fernbedienung versteckt oder das Antennenkabel rausgezogen hatten, haben wir die absurdesten Dinge veranstaltet, um doch noch irgendwie heimlich zu gucken."

Großer Durchbruch bei "Das Wunder von Bern"

Ob sich das Verbot auch auf Kino bezog, verriet er nicht. Bei der Premierenfeier von "Das Wunder von Bern" war der damals 13-Jährige jedenfalls dabei. Unter Regie von Sönke Wortmann spielte Louis Klamroth den fußballverrückten Matthias, während Peter Lohmeyer seinen Filmvater, den Bergarbeiter Richard, verkörpert. Als Hauptdarsteller zierte Louis das Kinoplakat und wurde 2004 als bester Nachwuchsschauspieler mit einer Goldenen Kamera ausgezeichnet. Es folgten weitere Rollen in der Tragikomödie "Schenk mir dein Herz" (2010, gemeinsam mit seinem Vater) sowie in dem Kurzfilm "Zeitfenster" (2011, alleine).

Im Gegensatz zu seiner zwei Jahre jüngeren Schwester Lola, die als Schauspielerin zuletzt in dem Kinofilm "Sechswochenamt" zu sehen war, kehrte Louis der Filmbranche den Rücken. Nach seinem Abitur engagierte er sich ehrenamtlich in Guatemala und Haiti. Daneben betrieb er einen Blog für "Stern.de". Bis 2015 studierte er Politikwissenschaft in Amsterdam und politische Ökonomie in London, ehe er schließlich in die Fußstapfen eines weiteren berühmten Familienmitglieds trat: Seine Großtante Wibke Bruhns war 1971 als "Heute"-Moderatorin die erste Frau, die die Fernsehnachrichten in der Bundesrepublik sprach. Louis Klamroth begann seine Fernsehjournalismuskarriere unter anderem mit einem Praktikum in der Redaktion von Günther Jauch.

Jüngster Moderator einer Polittalkshow in Deutschland

Mit "Klamroths Konter" bekam er 2016 seine erste eigene Sendung. 27 Jahre war er damals alt. Das machte ihn zum jüngsten Moderator einer Polittalkshow in Deutschland. 2018 wurde er mit dem Förderpreis des Deutschen Fernsehpreises ausgezeichnet. Im selben Jahr wählte ihn das "Medium Magazin" in die "Top 30 unter 30" Journalisten. Bis Mitte 2020 brachte "Klamroths Konter" führende Politikerinnen und andere Prominente mit einem gekonnten Mix aus Ernsthaftigkeit, Ironie und gezielten Nachfragen ins Schwitzen.

Auch später, in den Politik-Shows von ProSieben, scheute sich Louis Klamroth nicht vor offener Konfrontation: "Werden Sie nervös oder scholzen Sie sich durch", fragte er den damaligen SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz in der "ProSieben Bundestagswahl-Show" 2021. Hartnäckig zeigte er sich auch in der Dokumentation "ZDFzeit: Die Wahrheit über unsere Landwirtschaft" angesichts der Teuerung von Lebensmitteln und von Hungersnöten und ihren Folgen.

Hinter der Kamera engagiert sich der heute 36-Jährige ebenfalls: Zur Bundestagswahl 2017 gründete er den gemeinnützigen Verein "Diskutier Mit Mir": Die gleichnamige App soll Menschen mit unterschiedlichen Meinungen miteinander ins Gespräch bringen. Mit seiner Produktionsfirma K2H produzierte und moderierte er seit 2019 unter anderem exklusive Interviews mit den Kanzlerkandidatinnen und -kandidaten im Vorfeld der letzten Bundestagswahl.

Beziehung mit Luisa Neubauer

Schlagzeilen machte auch Klamroths Privatleben: Kurz bevor er "Hart aber fair" übernahm, wurde öffentlich, dass er mit der Klimaaktivistin Luisa Neubauer liiert ist. Publik wurde die Beziehung durch ein Interview, das Klamroth dem Onlinemagazin "DWDL" gab. "Mein Privatleben wird auch in Zukunft privat bleiben", sagte Klamroth darin. Es sei ihm jedoch wichtig, an dieser Stelle transparent zu sein.

Quelle: teleschau – der mediendienst