Vor genau 40 Jahren, am 7. März 1996, kam "Highlander - Es kann nur einen geben" in den US-Kinos. Das Fantasy-Spektakel wurde zu einem Riesenerfolg und war, wie sich bald herausstellte, der Auftakt eines medienübergreifenden Franchise'. Und: Der Film machte seinen Hauptdarsteller weltberühmt. Christopher Lambert hatte hier und auch in den drei Fortsetzungen eindrucksvoll bewiesen, dass es nur einen wahren Highlander geben konnte, nämlich ihn. Dabei war der unsterbliche Krieger Connor MacLeod beileibe nicht seine einzige Rolle, und nicht einmal die beste, dafür die prägendste - was bei Film und Fernsehen, wie man weiß, auch einen Beigeschmack haben kann. Den Highlander wurde er Zeit seines Lebens nicht mehr los.
Christopher Lambert ist ein Kosmopolit, wie man nur einer sein kann: 1957 in den USA geboren, in der Schweiz aufgewachsen, in Frankreich, Paris Schauspielerei studiert. Eltern Franzosen, was auch seinen Geburtsnamen Christophe Guy Denis Lambert erklärt. Später zweimal verheiratet, einmal mit der US-Schauspielerinnen Diane Lane (1988 bis 1994), mit der er auch eine Tochter hat, dann mit Jaimyse Haft (1999 bis 2000), ebenfalls Amerikanerin. Die französische Schauspielerin Sophie Marceau heiratete er nicht, mit ihr war er aber jahrelang (2007 bis 2014) und zum Gefallen der Klatschpresse liiert. Dass der französisch-US-amerikanische Schauspieler auch im Beruf zwischen Welten und Kulturen wandeln würde, zwischen Europa und Hollywood, zwischen Genre- und Autorenfilm, war nur konsequent.
Durchbruch mit Tarzan-Rolle
Seinen Durchbruch hatte Christopher Lambert 1984 mit Hugh Hudsons Drama "Greystoke - Die Legende von Tarzan, Herr der Affen" (1984). Bekommen hatte er die Tarzan-Rolle auch, weil der Regisseur einen Schauspieler mit französischem Akzent haben wollte, wie Lambert 1984 in einem Interview mit "Charlotte News" erzählte. Vorbereitet hatte er sich dennoch akribisch. Sechs Monate lang arbeitete er mit echten Affen zusammen, um sich Gestik und Mimik der Tiere anzueignen. Die Mühe lohnte sich: Lambert gelang es eindrucksvoll, das Tierische im Menschlichen nach außen zu kehren. Das Thema des Films, der Konflikt in Mensch und Gesellschaft zwischen Wildnis und Zivilisation - in den Bewegungen, den Blicken des Hauptdarstellers wurde es sichtbar.
Ein Jahr später stand Lambert bei Luc Bessons "Subway" vor der Kamera, einer wilden Hommage an den Film noir und die Pariser Unterwelt, an die Metro, die Kanalisation und die Katakomben der Stadt. Für seine Hauptrolle gewann er den französischen Filmpreis César. Dann die Rolle, die ihm erst alle Türen öffnen, bald aber auch wieder einige schließen sollte. Nach "Highlander" (1986) drehte er mit Michael Cimino das Mafia-Epos "Der Sizilianer" (1987) und mit Agnieszka Holland den Politthriller "Priestermord" (1988), wo er einen Geistlichen spielt, der in Polen gegen das kommunistische Regime agitiert. Es folgte eine kurze kreative Durststrecke, bevor ihm mit Carl Schenkels Thriller "Knight Moves" (1992) wieder ein künstlerischer Erfolg gelang - finanziell war der Film gleichwohl ein Reinfall.
Was Christopher Lambert "sehr froh" macht
Der Flop war bezeichnend. In den 1990-ern wurden die Durststrecken immer länger. Die Zahl sehenswerter Filme nahm ab, die der Machwerke zu. Und möglicherweise war Lambert in dem einen oder anderen "Highlander"-Film zu oft zu sehen. Schon Teil zwei empörte mit seiner kruden Mischung aus Fantasy und Sci-Fi viele Fans, die nächsten Fortsetzungen machten es nicht besser. Als unbedingter Versuch, an frühere Erfolge anzuknüpfen, erscheint im Nachhinein diese Beharrlichkeit. Das misslang, dazu kam erschwerend, dass sich Lambert bald in einer Schublade wiederfand, bis heute haftet seine bekannteste Rolle an ihm. Da halfen auch andere Filme nicht, weder der Sci-Fi-Actioner "Fortress - Die Festung", noch die Videospiel-Adaption "Mortal Kombat" oder das Fantasy-Spektakel "Beowulf".
Produktiv ist er dennoch geblieben. Filme, wenn auch unter dem Radar, dreht er bis heute. "It's not over" (2022) heißt einer seiner letzten Filme - ein geradezu programmatischer Titel. Vorbei ist es auch mit seiner Karriere noch nicht. Und hin und wieder gelang ihm immerhin doch ein Achtungserfolg. Wie mit dem Serienhits "The Blacklist", wo er 2019 in mehreren Episoden zu sehen war. Oder mit einer Minirolle in der Groteske "Hail, Caesar!" (2016) von Joel und Ethan Coen, die er bewundert. Hätten die Coens ihn nur darum gebeten, zu kommen und ihnen die Tür zu öffnen, er hätte es getan, sagte er dem Magazin "HeyUGuys". Stattdessen durfte er in ihrem Film mitspielen.
Über seine bekannteste Rolle ist er - bei allem Schubladendenken - "sehr froh". Es sei "ein zeitloser Film: "Ich habe gehört, dass heute zwölfjährige Kinder ihn zum ersten Mal sehen, daher weiß ich, dass er etwas Besonderes haben muss, um all diese Zeit über Bestand zu haben", sagte er in einem Interview zum 30-jährigen Jubiläum von "Highlander".
Quelle: teleschau – der mediendienst