"Empathie ist etwas, was den Leuten mittlerweile abgeht", glaubt Steven Gätjen. Das gelte auch für die Medienbranche. "Es ist ja nicht immer alles toll", offenbart der ProSieben-Moderator in der aktuellen Ausgabe des Podcasts "Zwischen den Zeilen". Auch in seinem Beruf begegne man immer wieder Menschen, "die dich weder fördern noch unterstützen, sondern die dich hintergehen, die gegen dich intrigieren, die dir das Leben schwer machen".

Gätjens eigene Karriere sei "nicht stringent in eine Richtung nach oben" verlaufen, schildert der 53-Jährige im Gespräch mit Podcasterin Bettina Böttinger. So habe er "reichlich Bumps und Hindernisse" überwinden müssen - etwa in seiner "Anfangszeit bei ProSieben", in der es Gätjen mit Vorgesetzten zu tun gehabt habe, die ihn "ignoriert, in keinster Art und Weise gefördert und auch zeitweise einfach rausgeekelt" hätten.

Auch, als ihn 2011 "Gott und die Welt" zu seinem Job als "Schlag den Raab"-Moderator beglückwünscht hätte, habe der TV-Star an der Aufrichtigkeit einiger Gratulanten gezweifelt: "Die letzten zehn Jahre hat keiner von euch mich unterstützt." Ganz im Gegenteil: "Im Nachhinein habe ich eben auch von vielen erfahren, die sich vehement dagegen gestemmt haben." Ähnliches habe er bei seinem "Joko & Klaas gegen ProSieben"-Engagement im Jahr 2019 beobachtet.

"So lasse ich nicht mit mir umgehen"

"Ich glaube, ich habe viel Glück gehabt und ich war häufig zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Aber ich habe immer hart gearbeitet", betont Gätjen. Sein Beruf mache ihm "unfassbar viel Spaß" und er sei "total dankbar", vor der Kamera stehen zu dürfen. Gleichzeitig habe er im Laufe der Jahre "so viele Dinge erlebt und auch wirklich erniedrigende Situationen und demütigende Situationen".

Einst etwa habe ihn sein damaliger Chef in einem Meeting "eine Dreiviertelstunde warten lassen", erinnert sich Gätjen. Heute würde er sich dies nicht mehr gefallen lassen: "Mittlerweile bin ich auch an einem Punkt, wo ich dann auch ganz klar sage: Hör zu, hier ist Schluss. So lasse ich nicht mit mir umgehen." Man müsse Menschen mit Respekt behandeln, fordert der Deutsch-Amerikaner - und das unabhängig von der eigenen beruflichen Position: "Nur weil du Dax-Konzern-Chef bist, heißt das ja nicht, du bist besser als deine Angestellte oder dein Angestellter."

Quelle: teleschau – der mediendienst