Der schönste Beruf der Welt? Auf Nachfrage werden wohl die meisten Hollywood-Stars ins Schwärmen geraten, wenn sie ihren Job beschreiben. Bryan Cranston bildet diesbezüglich keine Ausnahme: Die Schauspielerei sei immer noch seine "große Liebesaffäre", sagte er 2018 im teleschau-Interview: "Ihr habe ich meine ganze Karriere gewidmet. Mein Rat an die jungen Generationen ist deswegen immer: Wenn ihr Schauspieler werden wollt, müsst ihr euch komplett hingeben. Ein Leben lang." Er spricht aus Erfahrung: Denn Cranston, der am 7. März seinen 70. Geburtstag feiert, ist bereits fast 50 Jahre als Schauspieler tätig. Doch erst die Darstellung des Chemielehrers / Drogenbarons Walter White in "Breaking Bad" machte ihn einem großen Publikum bekannt.
Sein Lebensplan sah ursprünglich eine andere Richtung vor: Mit 16 schrieb sich Bryan Cranston in ein Förderprogramm der Polizei von Los Angeles ein, mit dem Ziel, für Recht und Ordnung auf Kaliforniens Straßen zu sorgen. "Es war meine Chance, aus meiner kleinen Welt in Canoga Park, Kalifornien, auszubrechen", erinnerte sich Cranston einst im "Guardian". Als Sohn zweier Laiendarsteller wuchs er bis zum zwölften Lebensjahr mit seinem älteren Bruder sowie seiner jüngeren Schwester in dem Vorort von Los Angeles auf. Zwar zeigte der Kleine schon damals Interesse an der Schauspielerei, seine Eltern verboten ihm ob ihrer eigenen gescheiterten Karrieren aber, in ihre Fußstapfen zu treten.
Cranston wäre fast Polizist geworden
Kurz vor Abschluss seiner Polizeiausbildung 1976 belegte Cranston dann doch noch aus Neugier einen Schauspielkurs - und der öffnete ihm die Augen: Das Mädchen, das er in einer Stunde küssen musste, war so überzeugend, dass er sie um eine Verabredung bat. "Und sie sah mich an als wäre ich ein verirrter Welpe und sagte: 'Oh, nein, nein, ich habe einen Freund'. Und ich dachte: Oh mein Gott, das war nur gespielt. Sie machte nur ihre Arbeit. Und ich realisierte, dass das mein Beruf sein könnte: Mädchen küssen. Das war es dann mit der Polizeiarbeit", gestand er im "Guardian" lachend.
Doch auf seinen Durchbruch musste er warten, lange Zeit hielt sich der Kalifornier mit einer Nebenrolle in der Soap "Loving", Werbefilmen und Kurzauftritten in TV-Serien wie "Matlock", "Baywatch" oder "Walker, Texas Ranger" über Wasser. 1984 lernte Cranston während den Dreharbeiten zur Actionserie "Airwolf" seine zweite Frau Robin Dearden kennen, mit der er bis heute verheiratet ist und eine gemeinsame Tochter, Schauspielerin Taylor Dearden, hat.
Langsam aber sicher machte er sich einen Namen in der Branche: Mitte der 90er erhielt Cranston eine kleine, aber immerhin wiederkehrende Rolle in "Seinfeld", spielte in Tom Hanks' Regiedebüt "That Thing You Do!" (1996) und Steven Spielbergs "Der Soldat James Ryan" (1998) mit und durfte auch bei "King Of Queens" mehrmals vorbeischauen. 2000 brachte ihm sein komisches Talent dann endlich einen Platz im Hauptcast einer Serie ein: Sieben Jahre lang gab Cranston den schrägen Vater in der Comedyserie "Malcolm mittendrin", an die er sich noch gern zurückerinnert: "Die Kinder in der Serie wuchsen mit mir als ihr Vater auf. Wir verbrachten so viel Zeit miteinander, dass es sich wirklich wie eine richtige Familie anfühlte", sagte er mal dem Internetportal "IFC".
Cranston: "Ich mag es, etwas zu erschaffen"
Bekanntlich kam sein großer Durchbruch aber erst mit seiner Hauptrolle in der Serie "Breaking Bad" 2008, die nicht nur bei Zuschauern, sondern auch bei Kritikern für Begeisterungsstürme sorgte. Drei Emmys hintereinander - was zuletzt Bill Cosby in den 1960ern gelang - und ein Golden Globe für seine Verkörperung des drogenherstellenden Chemielehrers Walter White waren der Lohn.
Seit dem Ende der Serie ist er bestens und vielseitig beschäftigt: Er spielte die Hauptrolle im Blockbuster "Godzilla", 2016 erhielt er für seine Darstellung des Drehbuchautors Dalton Trumbo im Biopic "Trumbo" eine Oscar-Nominierung. Mit "Sneaky Pete" entwickelte er ,gemeinsam mit "Dr. House"-Erfinder David Shore, seine eigene Serie, spielte in Superhelden-Filmen ("Power Rangers"), aber auch in Wes-Anderson-Stücken ("Asteroid City", "Der phönizische Meisterstreich") kleinere Rollen. Demnächst wird er in einem "Malcolm mittendrin"-Revival zu sehen sein.
Und ein Ende seiner Schauspielkarriere ist bei seiner Leidenschaft für seinen Beruf auch nicht zu erwarten. Er habe auch keine Hobbys, sagte er im teleschau-Interview: "Ich spiele kein Golf, ich sammle nichts. Aber ich habe ein erfüllendes Berufsleben. Ich spiele, ich lese, ich schreibe. Ich mag es, etwas zu erschaffen. Ich mag es zu arbeiten."
Quelle: teleschau – der mediendienst