Von Sorgen und Nöten junger Frauen, davon handelt die Teenie-Komödie "Mädchen, Mädchen", die am 29. März 2001 in die Kinos kam. Vor allem aber beschäftigt die Gymnasiastinnen um die naive Inken (Diana Amft) eine Frage: Wie kommt Frau zum Höhepunkt? Dass man dafür nicht notwendig einen Mann braucht, lernt sie bald beim Fahrrad fahren. Mit einem Mann ist es aber sicher schöner, nur: Wie kommt man den Richtigen?

Zusammen mit ihren ebenso unerfahrenen Freundinnen Vicky und Lena macht sich Inken auf die Suche. Es ist der Beginn eines Abenteuers, das sie ins Erwachsensein begleitet und zuletzt im Happy End kulminiert. "Happy End" - von den Darstellerinnen und Darstellern der Komödie lässt sich das nicht gerade behaupten. Für manche war "Mädchen, Mädchen" nicht das glückliche Ende, sondern der vielversprechende Anfang einer erfolgreichen Karriere.

Diana Amft (Inken)

So wie die von Diana Amft, Felicitas Woll und Karoline Herfurth. Sie spielen in "Mädchen, Mädchen" die Freundinnen Inken (Amft), Victoria (Woll) und Lena (Karoline Herfurth), deren Existenzkrise nicht hätte beiläufiger beginnen können: In der Umkleide vor einem Volleyball-Spiel hören sie, wie ihre Mitschülerin Chayenne damit prahlt, einmal mehrmals zum Höhepunkt gekommen zu sein. Das Gehörte weckt den Ehrgeiz der Freundinnen, ihre Erfahrungslücke zu schließen.

Vor allem Inken ist angefixt. Sie hat mit Tim (Frederic Welter) zwar einen Freund, von einem Höhepunkt bei ihren Liebesakten war sie bisher jedoch weit entfernt. Als sie Tim bei einem Täuschungsversuch erwischt, gibt sie ihm den Laufpass. Er wollte sie doch tatsächlich glauben machen, dass das bisschen "warme Gefühl", das sie bei einem ihrer Liebesspiele hatte, ein Höhepunkt war.

Diana Amft startete zunächst mit einer Ausbildung zur Justizfachangestellten, parallel dazu bewarb sie sich bei Schauspielschulen. Nach zahlreichen Absagen wurde sie schließlich an der Münchner Schauspielschule Zerboni angenommen. Erste kleinere Rollen spielte sie auf der Bühne und in Fernsehproduktionen, bevor sie 2001 mit "Mädchen, Mädchen" ihren Durchbruch hatte.

Ihre bisher erfolgreichste Rolle hatte Amft in der Ärzte-Serie "Doctor's Diary", wo sie von 2007 bis 2010 neben Florian David Fitz als Assistenzärztin zu sehen war. Dafür wurde sie unter anderem mit dem Adolf-Grimme- und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Heute ist Amft hauptsächlich in Fernsehfilmen und -serien zu sehen, wie in "Der Bulle und das Landei" "Katie Fforde - Bellas Glück" und der "Meine Mutter ..."-Reihe.

Einen Namen hat sich Amft auch als Kinderbuchautorin gemacht. Ihre Bilderbücher über die Abenteuer und Erkundungen der "kleinen Spinne Widerlich" gehören zu den beliebtesten "Lektüren" der kleinsten "Leser". Amft selbst sieht sich mit den Büchern auch als Pädagogin. "Manchmal ist es einfach gut, wenn man etwas, das man nicht mag, auch mal von der anderen Seite betrachtet", sagte sie über ihre Bücher. "Man hat doch oft Angst vor Dingen, die man nicht kennt oder nicht versteht."

Karoline Herfurth (Lena)

Karoline Herfurths Lena ist "Mädchen, Mädchen" die Stille in der Runde der Drei. Auf einer Party verguckt sie sich in den coolen Musiker Nick (Andreas Christ). Es bahnt sich eine Romanze an. Doch nach dem ersten Kuss folgt die erste Enttäuschung. Nick hat doch tatsächlich ihre sexuelle Unerfahrenheit in einem Song verarbeitet.

Karoline Herfurth feierte mit "Mädchen, Mädchen" (2001) ihren großen Durchbruch, nachdem sie ein Jahr zuvor mit einer kleinen Rolle im Coming-of-Age-Drama "Crazy" auf sich aufmerksam gemacht hatte. Internationale Bekanntheit erlangte sie mit der Süskind-Verfilmung "Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders" (2006). Zahlreiche Kinoerfolge schlossen sich an, darunter "Vincent will Meer" (2010), "Wir sind die Nacht" (2010) und "Die kleine Hexe" (2018).

Einen weiteren Höhepunkt in Herfurths Laufbahn ist die "Fack ju Göhte"-Reihe, in deren ersten beiden Teilen sie an der Seite von Elyas M'Barek die weibliche Hauptrolle spielte. Seit 2016 ist Herfurth als Regisseurin tätig - auch auf diesem Gebiet höchst erfolgreich. 2025 kam mit "Wunderschöner" bereits ihre fünfte Regiearbeit ins Kino.

Felicitas Woll (Vicky)

Das wilde Mädchen: Vicky (Felicitas Woll) fehlt es nicht an sexuellen Erfahrungen, doch auch sie hatte ihn noch nie erlebt: den Höhepunkt. Mit Männern steht sie, abgesehen von flüchtigen Abenteuern, auf Kriegsfuß. Weshalb sie eines Tages beschließt, die Seiten zu wechseln. In einem Chatroom macht sie Bekanntschaft mit Joy, die allerdings nur vorgibt eine Frau zu sein.

Felicitas Woll qualifizierte sich mit ihrer Rolle als Vicky für eine Serie, die neben "Mädchen, Mädchen" zu ihrem größten Erfolg wurde: "Berlin, Berlin" (2002-2005), die 2020 die Kinoproduktion "Berlin, Berlin - Der Film" nach sich zog. Heute ist Woll überwiegend im Fernsehen zu sehen: mit einer Gastrolle im "Tatort" etwa oder als Hauptdarstellerin der TV-Reihe "Neuer Wind im Alten Land".

Arzu Bazman (Chayenne)

Mit dieser Mitschülerin verstehen sich Inken, Lena und Vicky überhaupt nicht: Chayenne (Arzu Bazman) ist das Biest der Schule. Eingebildet, wie sie ist, weiß sie ihre Mitschülerinnen immer zu provozieren. Auch an die drei Freundinnen gehen ihre Sticheleien nicht spurlos vorüber.

Die deutsche Schauspielerin mit türkischen Wurzeln begann ihrer Karriere als Model. Mit "Mädchen, Mädchen" schaffte Arzu Bazman ihren Durchbruch. Es folgten Rollen in weiteren Komödien wie "Die Nacht der lebenden Loser" (2004) und "Erkan & Stefan in Der Tod kommt krass" (2005). In der "Blond: Eva-Blond!"-Krimireihe war sie in mehreren Episoden zu sehen, ebenso in den Serien "Hausmeister Krause" und "Schloss Einstein".

Max Riemelt (Flin) und Andreas Christ (Nick)

Max Riemelt spielte Flin auch in der Fortsetzung "Mädchen, Mädchen 2 - Loft oder Liebe" (2004). Der Schüler ist ganz angetan von Inken, muss aber mit ansehen, wie seine Nachbarin mit anderen Männern anbandelt.

Der Autodidakt Riemelt entwickelte sich nach "Mädchen, Mädchen" zu einem der renommiertesten deutschen Schauspieler. Er drehte mit bekannten Regisseuren wie Dominik Graf ("Im Angesicht des Verbrechens") und wirkte in mehreren internationalen Produktionen mit ("Sense8", "Matrix Resurrections"). Zuletzt war der Bayerische-Filmpreis-Gewinner in Silvio Soldinis Romanverfilmung "Die Vorkosterinnen" (2025) im Kino zu sehen.

Er ist der Traummann, in den sich Lena verknallt: der Musiker Nick (Andreas Christ) - gutaussehend, sensibel und verständnisvoll, der aber auch nicht frei von Fehlern ist. Sein erster Versuch, Lena zum Thema eines Songs zu machen, kommt bei der Besungenen gar nicht gut an.

Andreas Christ war nach "Mädchen, Mädchen!" in diversen TV-Produktionen zu sehen, darunter "Tatort" und "In aller Freundschaft". Der Absolvent der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" ist auch gefragter Theaterschauspieler. Seine Bühnenstationen reichen vom Berliner Ensemble über das Maxim Gorki Theater bis hin zum Staatstheater Nürnberg. Am Deutschen Theater Berlin war er in einer Inszenierung von Albert Camus' "Caligula" zu sehen.

Florian Lukas (Trainer Carsten) und Henning Baum (Trainer von Chayennes Team)

Sein Auftritt als Trainer von Inkens Volleyball-Team war kurz, dafür war Florian Lukas unter den Nachwuchsdarstellerinnen und -darstellern schon der größte Star. Seinen Durchbruch feierte er zwei Jahre zuvor mit "Absolute Giganten" (1999). Danach entwickelte er sich zu einem der vielseitigsten Schauspieler Deutschlands. "Good Bye, Lenin!" (2003), "Kammerflimmern" (2004), "Die Fremde" und eine kleine Rolle in Wes Andersons "Grand Budapest Hotel" sind weitere Stationen einer beeindruckenden Karriere. Zuletzt war Lukas in "Die drei ??? - Toteninsel" (2025) im Kino zu sehen.

Auch Henning Baum stand zur Zeit von "Mädchen, Mädchen" am Anfang einer erfolgreichen Schauspiellaufbahn. Gerne wird der 1, 85 Meter große Hüne für buchstäblich starke Charaktere besetzt, wie in "Der Seewolf" (2008) nach dem gleichnamigen Roman von Jack London oder in "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer". Baums Paraderolle bleibt die des "letzten Bullen", die er von 2010 bis 2014 in der gleichnamigen Serie, dann 2019 in einer Kino-Adaption und schließlich im Serienrevival von 2025 durch Amazons Prime Video spielte. Im Kino war Baum zuletzt "Mädchen Mädchen" (2025) zu sehen, dem Remake des Kultfilms von 2001.

Quelle: teleschau – der mediendienst