"Top Gun" (1986) gilt bis heute als einer der besten Fliegerfilme aller Zeiten, der Actionfilm katapultierte den damals 24-jährigen Hauptdarsteller Tom Cruise in die Liga der größten Hollywood-Stars. Auch für zahlreiche seiner Co-Darsteller wie Val Kilmer oder Kelly McGillis bedeutete das Flieger-Drama den Durchbruch. Cruise drehte danach einen Blockbuster nach dem anderen, aber seine Kollegen aus der Nebendarsteller-Nische? Zum 40-jährigen Jubiläum des Flieger-Dramas zeigen wir, wie sich die Karrieren seiner Stars nach dem spektakulären Kinoerfolg entwickelt haben.
Tom Cruise als Lieutenant Pete "Maverick" Mitchell
Lieutenant Pete Mitchell, Fliegername "Maverick", ist mächtig stolz, in der Elitetruppe "Top Gun" einen F14-Kampfjet fliegen zu dürfen. Das galt auch für Tom Cruise: Für den damals 24-jährigen Hauptdarsteller, der auch privat eine Pilotenlizenz besitzt, bedeutete die Rolle den endgültigen Aufstieg zum Hollywood(-Action)-Superstar.
Und dort befindet er sich heute noch. Auch dank des Action-Franchise' "Mission: Impossible", wo Cruise als Top-Agent Ethan Hunt mal von oben, mal von unten, immer aber rasend schnell die Welt rettet. Höher, schneller, weiter - das olympische Motto gilt bei Cruise auch fürs Kino. Bei dieser Fixierung geraten die Charakterrollen zwar ins Hintertreffen, doch das Image als sein eigener Stuntman scheint Cruise zu behagen.
Ein Ende des Geschwindigkeitskinos mit Cruise in Action-Aktion ist nicht in Sicht, allenfalls unterbrochen wird die andauernde Phase gelegentlich. Demnächst wird der Superstar, der im November 2025 für seine Verdienste um das Kino mit dem Ehren-Oscar ausgezeichnet wurde, in Alejandro González Iñárritus "Digger" zu sehen sein. In der Satire spielt er den mächtigsten Menschen der Welt, der ebendiese Welt erst um ein Haar zerstört, um sie dann retten zu wollen.
Danach geht es für Cruise wieder hoch hinaus - buchstäblich. In einem bereits angekündigten, noch titellosen Sci-Fi-Projekt von Regisseur Doug Liman, mit dem er schon die Hits "Edge of Tomorrow - Live. Die. Repeat" und "Barry Seal - Only in America" drehte, hat er die Hauptrolle übernommen. Mit dem Film dürfte sein Drang zur Authentizität einen neuen Höhepunkt erreichen, denn es soll der erste sein, der je "vor Ort", nämlich im Weltraum gedreht wurde.
Kelly McGillis als Charlotte "Charlie" Blackwood
Weitaus bescheidener verlief die Karriere von Kelly McGillis, die in "Top Gun" die zivile Ausbilderin Charlotte Blackwood spielt. Eine Anleiterin wie "Charlie", so ihr Codename - welcher Pilot wünscht sich das nicht? Als Maverick die attraktive junge Frau in einer Bar kennenlernt, weiß er noch nicht, mit wem er es zu tun hat. Als er es erfährt, befindet sich ihre Beziehung längst auf der amourösen Bahn. Maverick und Charlie verlieben sich ineinander und beginnen eine heimliche Affäre.
Kelly McGillis sollte in "Top Gun" eine der größten Rollen ihrer Karriere spielen. Nach dem Blockbuster wirkte sie in Filmen wie "Made in Heaven" (1987), "Angeklagt" (1988) und "The Babe - Ein amerikanischer Traum" mit. Heute arbeitet die 68-Jährige hauptsächlich als Schauspiellehrerin. Eine "Top Gun"-Rückkehr mit der Fortsetzung "Top Gun - Maverick" (2022) hatte sie schon 2019 in einem Interview mit "Entertainment Tonight" ausgeschlossen: "Ich bin alt und ich bin fett und schaue meinem Alter entsprechend aus", sagte sie.
Val Kilmer als Tom "Iceman" Kazanski
Kein Alpha-Männchen ohne Erzrivale. Den findet Maverick in Gestalt des nicht weniger draufgängerischen Lieutenants Tom Kazanski, genannt "Iceman". Im Bestreben, der beste ihrer Einheit zu sein, geraten die beiden immer wieder aneinander.
In den 90er-Jahren zählte Val Kilmer dank Hauptrollen in "The Doors" (1991), "True Romance" (1993) und "Batman Forever" (1995) zu den größten Hollywoodstars. In "Top Gun: Maverick" übernahm er erneut die Rolle des "Iceman" - obwohl er seit Jahren mit einer Einschränkung zu kämpfen hatte: Nach einer überstandenen Kehlkopfkrebs-Erkrankung war Kilmer auf eine Ersatzstimme angewiesen. Er starb am 1. April an den Folgen einer Lungenentzündung.
Das Ende seiner Zeit als Schauspieler bedeutete Kilmers Tod indes nicht. Für das Drama "As Deep as the Grave" (2026) wurde der Schauspieler gewissermaßen "wiederbelebt". Die Rolle des Priesters Father Fintan in dem auf wahren Begebenheiten beruhenden Film spielt er allerdings nicht selbst, seine Figur wurde mittels KI erschaffen. Berichten zufolge war Kilmer bereits fünf Jahre vor seinem Tod für die Rolle gecastet worden, die Dreharbeiten konnte er allerdings krankheitsbedingt nicht mehr wahrnehmen. Die Fertigstellung des Films gelang Regisseur zuletzt in Kooperation mit Kilmers Nachlassverwaltung und dessen Familie.
Anthony Edwards als Nick "Goose" Bradshaw
Dass Draufgänger Maverick andere Männer nicht nur als Rivalen sieht, die ihm den anvisierten Podestplatz streitig machen, zeigt seine Freundschat mit Co-Pilot Nick "Goose" Bradshaw (Anthony Edwards). Die beiden bilden eine Einheit - die allerdings durch einen tragischen Unfall auseinander gerissen wird.
Berühmt wurde "Goose"-Darsteller Anthony Edwards als Dr. Mark Greene in "Emergency Room": Bis zu seinem Serien-Tod spielte er in der Arzt-Serie einen der zentralen Charaktere. Danach wurde es ruhiger um den US-Schauspieler: In David Finchers "Zodiac - Die Spur des Killers" (2007) feierte er noch einen Kino-Erfolg, zuletzt hatte er eine kleinere Rolle in der Netflix-Serie "Inventing Anna".
Meg Ryan als Carol Bradshaw
Es war eine ihrer ersten großen Kino-Rollen: Meg Ryan spielte in "Top Gun - Sie fürchten weder Tod noch Teufel" die Ehefrau von Mavericks (Tom Cruise, links) bestem Freund und Fliegerkollegen Nick "Goose" Bradshaw.
In den 90er-Jahren war Meg Ryan die Leading Lady in Hollywood, wobei sie vor allem im Romantik-Fach Maßstäbe setze. Unvergesslich ihre neurotisch angehauchten, kein Fettnäpfchen aus dem Weg gehenden und doch so liebenswürdigen Figuren in den RomCom-Klassikern "Harry und Sally" (1989) und "Schlaflos in Seattle" (1993).
Doch nach dem Jahrzehnt ihrer größten Erfolge konnte Ryan kaum noch größere Rollen landen. Der Versuch, mit Jane Campions geflopptem Thriller "In the Cut" ihr RomCom-Image hinter sich zu lassen, scheiterte. Und auch mit Filmen wie "In the Land of Women" (2000) oder "The Women - Von großen und kleinen Affären" (2008) konnte sie nicht an die früheren Erfolge anknüpfen.
Der hämische Teil der Öffentlichkeit glaubte, die Ursache für Ryans kreative Talfahrt erkannt zu haben. Man munkelte, dass auch diverse - eher misslungene - Schönheitsoperationen dazu führten, dass Produzenten sie nicht mehr besetzen wollten. Doch Ryan machte aus der Not eine Tugend: Bei dem Kriegsdrama "Itaca" (2015) und neun Jahre bei der romantischen Komödie "What Happens Now" führte sie selbst Regie und übernahm jeweils eine Hauptrolle.
Tom Skerritt als Commander Mike "Viper" Metcalf
Er ist der Chefausbilder an der "United States Navy Fighter Weapons School", der Elite-Jagdflugschule, besser bekannt als "TOPGUN": Tom Skerritt spielt Commander Mike "Viper" Metcalf.
Als Hauptdarsteller in "Alien" (1979), "Magnolien aus Stahl" (1989) und "Aus der Mitte entspringt ein Fluß" (1992) begeisterte Tom Skerritt auf der großen Leinwand, für seine Rolle in der TV-Serie "Picket Fences" (1992-1996) erhielt er den Emmy. Bis heute ist der 92-Jährige ein gefragter Darsteller, zuletzt spielte er eine tragende Rolle im Westerndrama "Broke" (2025).
Rick Rossovich als Ron "Slider" Kerner
Er spielte Ron "Slider" Kerner, den "Radar Intercept Officer" (RIO, auf Deutsch: Waffensystemoffizier) von Mavericks Gegenspieler "Iceman": In Erinnerung blieb Rick Rossovich aber vor allem für die Szene, in der er mit nacktem Oberkörper Volleyball spielte.
Für Rick Rossovich sollte seine Rolle in "Top Gun" die größte seiner Karriere bleiben: In den Kinofilmen "Roxanne" (1987) und "Navy Seals" (1990) hatte er kleinere Auftritte, auch bei "Emergency Room" spielte er eine Staffel lang eine wiederkehrende Rolle. Seit etwa zehn Jahren hat er sich aus dem Filmgeschäft zurückgezogen, gemeinsam mit seiner Ehefrau lebt der 68-Jährige mittlerweile in Schweden. Seine letzte Rolle in einem Spielfilm spielte er 2016 in der Tragikomödie "Sandbar".
Quelle: teleschau – der mediendienst