Urlaub in Corona-Zeiten: Tourismusbranche drängt auf Lösungen. Das Coronavirus schlägt hart zu - neben der Wirtschaft stehen ganze Industriezweige auf wackligem Fuß. Besonders schwer ist die Tourismusbranche betroffen. Denn auch, wenn derzeit viele das Hashtag #stayathome auf sämtlichen Social-Media Diensten posten um sich und die Mitmenschen dazu aufzufordern, in den eigenen vier Wänden auszuharren, leiden die Reiseveranstalter, Gastgewerbe und Luftgewerbe mit jedem Tag, dem sie dem nachkommen. Angesichts der großen Einbußen und in der Tourismusbranche werden nun Stimmen laut, die nach Lockerungen schreien. Sie fordern, wie zuvor der österreichische Tourismus, eine Öffnung der Grenzen.

«Wo die Hygieneregeln beachtet werden, muss Urlaub auch wieder möglich sein, auch in Europa», schreiben Vertreter von Tourismus, Reiseveranstaltern, Gastgewerbe und Luftverkehr in einem gemeinsamen Artikel, am Dienstag in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» Zunächst sollen Länder mit erfolgreichen Schutzmaßnahmen in bilateralen Verhandlungen über die Reisebeschränkungen die Grenzen wieder öffnen. Demnach wäre der nächste Schritt die Öffnung aller Grenzen innerhalb der Europäischen Union

Tourismusbranche in der Corona-Krise: Reisebeschränkungen treffen alle Anbieter 

Die Reisebeschränkungen treffen alle in der Tourismusbranche gleichermaßen. Luxushotels  werden beispielsweise Jahre brauchen um die Zahlen vor Corona wieder zu erreichen, bestätigt Sacher-Chef Matthias Winkler. «Wir richten uns auf drei bis vier Jahre ein, bis wir die Zahlen aus der Zeit vor Corona erreichen», sagte der Chef des Wiener Traditionshotels und prophezeit eine düstere Aussicht für die Zukunft.  Sicher ist auch, dass wenn die Sommersaison ausfällt, viele Anbieter von Wohnungen überhaupt nicht mehr in der Lage sein werden, ihre Ferienwohnungen zu vermieten.«Wenn die Sommersaison ausfällt, ist für viele Anbieter Schluss mit der Vermietung. Dann wird es Ferienhausurlaub, wie wir ihn kennen, nicht mehr geben.», sagt Michelle Schwefel, Geschäftsleiterin vom Deutschen Ferienhausverband. 

Saisonurlaubsziele wie Bauernhöfe verzeichnen ebenfalls starke Verluste, die auch nicht mehr aufholbar zu sein scheinen, Mitte März bis Mitte April sei die Zeit, in der es darum gehe, Geld für den Winter zu verdienen. Bei einer Befragung von 860 Betrieben konnten rund 63 000 Gäste nicht anreisen. Hochgerechnet auf rund 9910 deutsche Ferienhöfe würden somit knapp 100 Millionen Euro entstehen, die schlichtweg einfach fehlen. Die Coronapandemie greift um sich, und genau wie das Virus, sind viele Auswirkungen zwar noch nicht sichtbar, werden aber nicht auf sich warten lassen.