Die Klage einer Lobbygruppe lässt den 13 Milliarden Euro schweren Hypothekenvergleich wackeln. Die Organisation Better Markets, die sich der Reformierung des Finanzmarkts verschrieben hat, hält die Summe für zu niedrig und verlangt eine Überprüfung vor Gericht. Ob die Klage Erfolg haben wird, ist unklar.

«Das Justizministerium kann nicht als Ankläger, Jury und Richter auftreten», erklärte Dennis Kelleher, der Vorsitzende der Vereinigung, am Montag in Washington. Das sei gegen die Verfassung. Kelleher will nach eigener Aussage sicherstellen, dass es sich nicht um einen «Freundschafts-Deal» für die «größte, wohlhabendste und politisch am besten vernetzte Bank der Wall Street» handele.

JPMorgan Chase hatte sich im November vergangenen Jahres mit dem Justizministerium geeinigt, umgerechnet 9,5 Milliarden Euro zu zahlen und dadurch von weiteren Ermittlungen verschont zu bleiben. Behörden hatten dem Finanzkonzern vorgeworfen, Investoren beim Verkauf von Hypothekenpapieren über den Tisch gezogen zu haben. Die Bank habe den Käufern verschwiegen, wie schlecht es um viele der enthaltenen Hauskredite gestanden habe. Ausbleibende Kreditraten und der damit verbundene rapide Wertverfall dieser Hypothekenpapiere befeuerten die Finanzkrise 2008.

«Die Rettungsaktionen an der Wall Street waren schon schlimm genug», erklärte Kelleher. «Aber nun werden die Steuerzahler auch noch dazu gezwungen, einen im Hinterzimmer geheim abgeschlossenen Deal zu akzeptieren.» Ein Gericht hätte die Möglichkeit, die Details an die Öffentlichkeit zu bringen.

JPMorgan-Chef Jamie Dimon hatte jüngst in einem Fernsehinterview gesagt, er halte die Milliardenbuße für «unfair». Er habe es aber nicht auf einen langen und teuren Prozess ankommen lassen wollen. «Ich bin dankbar, dass wir das hinter uns haben», sagte Dimon. Trotz aller Probleme hatte die Bank 2013 einen Gewinn von unterm Strich 17,9 Milliarden Dollar eingestrichen.