Es sind kreative Slogans, mit denen die Handwerker in ganz Deutschland seit drei Jahren Aufmerksamkeit erregen wollen. "Am Anfang waren Himmel und Erde. Den Rest haben wir gemacht", lautet einer der Sprüche, die auf Werbeschildern, Fahnen oder Autoaufklebern zu lesen sind. Eine bundesweite Imagekampagne, umgesetzt von einer Berliner Agentur. Was Anfang 2010 begann, soll nun nach dem Willen des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) frühzeitig verlängert werden. Die letzte Entscheidung hierüber haben aber die Kammern. Zumindest die Oberfranken haben sich schon entschieden. "Die Imagekampagne darf keine Eintagsfliege sein", forderte gestern Thomas Zimmer, Präsident der Handwerkskammer (HWK) für Oberfranken, vor der Vollversammlung. Das Gremium sah das ähnlich. Einstimmig beschloss es, die Imagekampagne auch über 2014 hinaus für weitere fünf Jahre fortzuführen.

Höhere Wertschätzung

Bei den Kammern in Würzburg und Nürnberg steht die Entscheidung über die Fortführung der Kampagne noch aus. Hier tagen die Vollversammlungen erst wieder im Juli.

Rund 170.000 Euro muss die oberfränkische Kammer laut Hauptgeschäftsführer Thomas Koller für die Kampagne jährlich aufbringen. Der anteilige Betrag an den jährlichen Gesamtkosten in Höhe von zehn Millionen Euro richte sich dabei nach der Anzahl der Betriebe.

"Nach drei Jahren können wir sagen: Die Wahrnehmung und die Wertschätzung des Handwerks haben einen deutlichen Sprung nach vorn gemacht", sagte Zimmer. Hätten beim Start der Kampagne 2010 gerade mal 36 Prozent der Gesamtbevölkerung das Handwerk bewusst wahrgenommen, so seien es nun laut Forsa-Umfrage bereits 64 Prozent.

Auch bei der vom Handwerk aufgrund des Fachkräftemangels heftig umworbenen Altersgruppe der Jugendlichen habe die Kampagne spürbar etwas gebracht. 54 Prozent der 14- bis 18-Jährigen hätten zuletzt das Handwerk wahrgenommen. Vor drei Jahren seien es erschreckende elf Prozent gewesen.

Inhaltlich, so gab Thomas Koller bekannt, werde sich die Kampagne in den nächsten Monaten leicht verändern. "Der blaue Hintergrund wird immer mehr durch Bilder ersetzt werden." Man setze verstärkt auf Emotionalität, "weniger über den Kopf, mehr über den Bauch". Unter der Devise "Handwerk bringt dich überall hin" zeige die Kampagne speziell für Jugendliche demnächst beneidenswerte Arbeitsplätze.

Bei den Erwartungen für die künftigen Monate liegen die Handwerksbetriebe in Ober-, Mittel- und Unterfranken nahezu gleichauf mit ihrer Einschätzung. Rund 85 Prozent gehen davon aus, dass es nach dem schwächeren ersten Quartal, nun "zügig bergauf geht", wie es der oberfränkische HWK-Präsident Zimmer formulierte. Die große Mehrheit der Handwerksbetriebe rechnet mit steigenden oder zumindest konstanten Auftragseingängen.

Als erfreulich wertete Zimmer den Meisterbonus in Höhe von 1000 Euro, den ab September jeder erfolgreiche Meisterschüler erhält, wenn er in Bayern seine Meisterprüfung abschließt - ein Ausgleich für den Wegfall der Studiengebühren. Diese Anerkennung der beruflichen Bildung sei ein wichtiger Erfolg, sagte Zimmer.