Die Gehaltsunterschiede zwischen Arbeitnehmern in Ost- und Westdeutschland bleiben groß - der Lohnabstand hat sich jedoch weiter verringert. Ende 2019 verdienten Vollzeitbeschäftigte mit Sozialversicherungspflicht in den alten Bundesländern im Mittel 699 Euro mehr als in den neuen.

Das mittlere Bruttomonatsentgelt (Median) lag im Westen bei 3526 Euro und im Osten bei 2827 Euro, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage der AfD-Bundestagsfraktion hervorgeht. Die Antwort lag dem Redaktionsnetzwerk (RND) und der dpa am Samstag vor.

Ein Vergleich mit den Zahlen von 2018 zeigt laut dem RND, dass der Entgeltunterschied zwischen Ost und West leicht zurückgegangen ist. Das mittlere Entgelt sei in den neuen Ländern um 120 Euro monatlich gestiegen, die alten Länder verzeichneten ein Plus von 92 Euro.

Bundesweit lag das mittlere Bruttoarbeitsentgelt der sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten zum Stichtag 31. Dezember 2019 bei 3401 Euro im Monat. Ende 2017 waren es nach früheren Regierungsangaben 3209 Euro. Experten verweisen seit Jahren darauf, dass neben Unterschieden in der Wirtschaftskraft auch eine geringere Tarifbindung Ursache für den Lohnrückstand in den neuen Ländern ist.

Das mittlere Einkommen, der Median, ist ein statistischer Wert, der robuster gegenüber Ausreißern ist als der Durchschnittswert. Der Median teilt eine nach der Höhe der Entgelte sortierte Häufigkeit in zwei gleich große Gruppen und steht damit in der Mitte der Verteilung. Würde man also alle Einkommensbezieher nach der Höhe ihres Verdienstes sortieren und dann zwei gleich große Gruppen bilden, würden die Personen, die genau in der Mitte dieser Verteilung stehen, das Medianentgelt beziehen.

© dpa-infocom, dpa:200801-99-07626/2