«Ich erwarte von Banken mit relevanten Kapitallücken, dass sie Lösungen parat haben, bevor wir die Ergebnisse veröffentlichen», sagte EZB-Direktoriumsmitglied Sabine Lautenschläger laut Redetext am Freitag in Madrid. «Das ist der einzige Weg, um unnötige Unsicherheit im Markt zu vermeiden.»

Die Banken müssen sich einem Bilanzcheck und anschließend einem Stresstest unterziehen. Ergebnisse sollen rechtzeitig zum Start der neuen europäischen Bankenaufsicht unter Führung der Europäischen Zentralbank (EZB) am 4. November veröffentlicht werden. Beim Stresstest müssen sich 124 europäische Bankkonzerne beweisen, darunter 23 deutsche.

Zur Frage, ob Banken die Öffentlichkeit über negative Erkenntnisse aus den Tests umgehend (ad hoc) informieren müssen, verwies Lautenschläger darauf, dass bindende Ergebnisse der Prüfungen erst am Ende des Prozesses vorlägen.

Lautenschläger zeigte Verständnis, dass insbesondere kleinere Häuser stöhnen angesichts der gewaltigen Datenmenge, welche die EZB fordert. Die harten Tests seien aber notwendig, «um Vertrauen in das Bankensystem der Eurozone wiederherzustellen»: «Jede verbleibende Unsicherheit und jeder verbleibende Zweifel wären kontraproduktiv.»