Reich sind immer die Anderen. Doch was heißt "reich" überhaupt? Und was heißt "arm"? Beide Begriffe sind gar nicht so einfach zu definieren - im wissenschaftlichen Diskurs existieren für Beide eine ganze Reihe unterschiedlicher Definitionen. Sollte sich Reichtum beispielsweise nur auf das Einkommen beziehen? Doch was ist dann mit dem Eigentum an Immobilien? Andererseits: Was nützt der geschätzte Wert eines Hauses demjenigen, der Geld benötigt aber keinen Käufer für die Immobilie findet? 

Auch Armut ist ein schwer fassbarer Begriff. Ist man erst dann arm, wenn man sich kein Essen mehr leisten kann? Oder dann, wenn man nur 50 Prozent des Medianeinkommens verdient (siehe unten)? Kann jemand mit demselben Lohn in einer Region als Normalverdiener gelten - in München aber beispielsweise als arm? Das Thema bleibt schwierig.

Interaktives Tool: Wie wohlhabend bin ich im Vergleich?

Mit einem interaktiven Rechner will das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) zur Beantwortung dieser Fragen beitragen. Zumindest gibt es den Menschen die Möglichkeit, sich mit Anderen zu vergleichen:

Die Daten beruhen auf dem Sozioökonomischen Panel (SOEP) - einer Datenbank, in der regelmäßig die Antworten zu wirtschaftlichen und sozialen Lage von etwa 16.000 befragten Haushalten abgebildet werden - und das bereits seit Jahrzehnten. Für das Tool wurden die Daten aus dem Jahr 2017 verwendet - neuere Daten lagen noch nicht vor. Wer einen möglichst genauen Vergleich seines Einkommens haben möchte, sollte sich also ebenfalls auf das Jahr 2017 beziehen.

Das Institut veröffentliche auch weitere interessante Fakten zum Einkommensvergleich in Deutschland: So gehört man laut IW zu den reichsten zehn Prozent, wenn man als Paar ohne Kinder 5294 netto monatlich zur Verfügung hat. Bei Singles liegt die Grenze bei 3529 Euro pro Monat. Das Medianeinkommen lag im Jahr 2017 bei 1946 Euro netto. Das heißt, 50 Prozent aller Menschen verdienten weniger, 50 Prozent verdienten mehr als diesen Betrag.

Hintergrund: Was bedeuten die Zahlen?

Im Vergleichsrechner fließt das "monatliche Haushaltsnettoeinkommen" ein. Das IW definiert dies so: "Das monatliche Haushaltsnettoeinkommen umfasst die Bruttoeinkommen aller Haushaltsmitglieder abzüglich der Sozialversicherungsbeiträge und direkter Steuern wie der Einkommensteuer. Zum Einkommen zählen Löhne, Einkommen aus selbstständiger Arbeit, Zinsen, Mieteinnahmen, Renten und staatliche Transferleistungen wie beispielsweise Arbeitslosen- und Kindergeld. Zudem wird bei Eigentümerhaushalten der monatliche Nettomietwert des selbstgenutzten Wohneigentums als zusätzlicher Einkommensbestandteil berücksichtigt." Miteinbezogen werden auch andere Einnahmen neben den klassischen Lohnzahlungen.