Dies teilte das Statistische Bundesamt mit. Das Wachstum liegt damit noch einmal deutlich unter dem ohnehin schwachen Niveau von 2012 mit 0,7 Prozent - aber Deutschland liege damit «in Europa vorn», wie der Präsident des Bundesamtes, Roderich Egeler, betonte.

Ökonomen hatten im Schnitt mit einem Plus von 0,5 Prozent gerechnet. Für 2014 sind die Prognosen deutlich optimistischer. Sie reichen bis zu einem Plus von 2 Prozent.

Erstmals seit der tiefen Rezession 2009 fiel der traditionell starke Exportmotor als Antreiber der Konjunktur für Europas größte Volkswirtschaft komplett aus. Weil die Einfuhren (plus 1,3 Prozent) deutlich stärker zulegten als die Exporte (plus 0,6 Prozent), schlägt in der Gesamtrechnung sogar ein negativer Außenbeitrag zu Buche.

Den Bremseffekt bezifferten die Statistiker des Bundes mit minus 0,3 Prozentpunkten. «Offensichtlich wurde die deutsche Wirtschaft durch die anhaltende Rezession in einigen europäischen Ländern und eine gebremste weltwirtschaftliche Entwicklung belastet», sagte Egeler.

Auch von den Investitionen seien keine positiven Impulse gekommen. «Der inländische Konsum war mit einem Beitrag von plus 0,7 Prozentpunkten die einzige Stütze des BIP-Wachstums», sagte Egeler. Positiv machte sich neben den Ausgaben der privaten Haushalte (plus 0,9 Prozent) eine deutliche Zunahme des staatlichen Konsums (plus 1,1 Prozent) bemerkbar. Allein die Verbraucher tragen mit 57,5 Prozent den Löwenanteil zur deutschen Wirtschaftsleistung bei.

Als «sehr erstaunlich» bezeichnete Egeler - neben der moderaten Inflationsrate von voraussichtlich 1,5 (2012: 2,0) Prozent - die Entwicklung am Arbeitsmarkt mit durchschnittlich 41,8 Millionen Arbeitnehmern: «Damit gab es bereits das siebte Jahr in Folge einen neuen Höchststand bei der Zahl der Erwerbstätigen.» Im Gegenzug war damit die Arbeitslosigkeit «2013 so niedrig wie noch nie im vereinigten Deutschland».

Die - gemessen an der Schwäche der europäischen Wirtschaft insgesamt - immer noch robuste Konjunktur und die Rekordbeschäftigung halfen dem deutschen Staat, 2013 abermals die EU-Defizitgrenze von maximal 3 Prozent des BIP souverän einzuhalten. Dank der Überschüsse in den Sozialversicherungen und bei Kommunen sowie rückläufiger Defizite von Bund und Ländern stand unter dem Strich ein kleiner Fehlbetrag von 1,7 Milliarden Euro. Das entspricht einem Minus von 0,1 Prozent gemessen am BIP. 2012 hatte der deutsche Staat sogar ein kleines Plus von 0,1 Prozent erwirtschaftet, 2011 ein Minus von 0,8 Prozent.

Für das soeben begonnene neue Jahr erwarten Ökonomen einhellig eine deutlich anziehende Konjunktur. Die Prognosen reichen von rund 1,5 bis zu 2 Prozent. Ein Wachstum in ähnlicher Größenordnung wird der deutschen Wirtschaft aus aktueller Sicht auch für 2015 zugetraut.

Nach einem schwachen Jahresstart dürfte von dem erhofften Schub im Schlussquartal 2013 indes noch nicht viel zu spüren sein. Offiziell wollen die Statistiker zwar erst am 14. Februar erste Daten für den Zeitraum Oktober bis Dezember veröffentlichen. In einer ersten Schätzung gehen sie jedoch davon aus, dass das BIP im Vergleich zum Vorquartal um etwa ein Viertel Prozent zugelegt haben dürfte.