Das Coronavirus hat unseren Alltag in vielerlei Hinsicht verändert. Auch die Art, wie wir Einkaufen, hat sich während dem Lockdown gewandelt - und wie es scheint, wird das trotz Lockerungen so bleiben. Die App CodeCheck führt gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen Bonsai eine Studie durch, die sich mit der Veränderung des Einkaufsverhaltens durch das Coronavirus beschäftigt.

CodeCheck ist eine Smartphone-App, die mittels Barcode-Scan die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln und Kosmetika verrät und welche Auswirkungen diese Stoffe auf die Gesundheit und die Umwelt haben. Die Produktdaten werden dabei von der Community und den Herstellern bereitgestellt. Die Bewertungen der Stoffe wird jedoch von einem eigenen Team von Wissenschaftlern übernommen sowie unabhängigen Experten vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland, der Verbraucherzentrale, dem Allergie- und Asthmabund und WWF. 

Studie zum Kaufverhalten in der Corona-Krise: Menschen kaufen bewusster ein

Für die Studie wurden 869 Nutzer der App und 9 Einzelhändler in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt. Zusätzlich wurde ausgewertet, welche Produkte seit Beginn der Pandemie von den Nutzern über CodeCheck gescannt wurden.

Insgesamt gaben 90 Prozent der Befragten an, dass sich ihr Kaufverhalten im Laufe der Pandemie verändert hat und auch den befragten Einzelhändlern fiel eine Veränderung auf. So gingen die Menschen während der Krise seltener in Geschäfte und erledigten ihre Einkäufe auch schneller als zuvor. Die Einkäufen seien besser im Voraus geplant, damit weniger Zeit im Laden verbracht werden muss, spontane Käufe wurden seltener.

Gleichzeitig führe die bessere Vorbereitung zu bewussteren Kaufentscheidungen: Laut Studie informierten sich die Nutzer von CodeCheck verstärkt über Inhaltsstoffe und andere Attribute der Produkte vor dem Kauf.

Nachfrage nach lange haltbaren Lebensmitteln durch Pandemie gestiegen

Doch nicht nur die Art, wie wir Einkaufen, hat sich verändert - auch was wir einkaufen. Bestimmte Produkte waren in der Corona-Krise stärker nachgefragt. Die hohe Nachfrage nach Hygieneprodukten beispielsweise führte zu Hamsterkäufen und einer Verknappung dieser Produkte. Insbesondere zwei Trends, die in den Ergebnissen der Studie deutlich werden, sorgen jedoch für eine Überraschung. 

In der Auswertung der Daten zeigten sich insbesondere zwei Extreme, wenn es darum ging, was die Menschen kauften: Bequemlichkeit, aber auch Nachhaltigkeit. Zum Einen stieg die Nachfrage nach Grundnahrungsmitteln und Produkten, die lange haltbar, dafür weniger gesund sind. Die Unsicherheit, wie lange die Ausgangsbeschränkungen anhalten würden, könnte diesen Anstieg erklären.

Zum Anderen interessierten sich die Konsumenten mehr für den Nährstoffgehalt und  die Herkunft von Produkten. Dabei versuchten die meisten Nutzer Zucker und hohen Fettgehalt zu vermeiden und verstärkt regionale Produkte einzukaufen. "Verbraucher und Verbraucherinnen möchten wissen, was sie konsumieren und wie diese Produkte die Umwelt beeinflussen. Wir haben während Covid-19 gesehen, dass 7 von 10 Benutzer und Benutzerinnen Mikroplastik, hormonell aktive Substanzen und Silikone vermeiden", so Boris Manhart, CEO von CodeCheck. Auch Produkte, die Fleisch ersetzen und vegane Lebensmittel wurden häufiger nachgefragt.

Trend zur Nachhaltigkeit soll auch nach Corona anhalten

Etwa 40 Prozent der Befragten glauben, dass die Veränderung auch nach der Corona-Krise anhalten wird. Die befragten Händler gehen ebenfalls davon aus, dass Attribute wie Nachhaltigkeit, Regionalität, Qualität und die Inhaltsstoffe wichtiger werden: "Der Preis eines Produkts, der in den letzten Jahrzehnten im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stand, wird an Bedeutung verlieren. Stattdessen werden die Auswirkungen der Inhaltsstoffe auf die Gesundheit der Verbraucher und die Frage, ob das Produkt für die Gesundheit der Verbraucher und die Umwelt schädlich ist, immer wichtiger", sagt der Einzelhandelsexperte Wolf-Dietrich Loose.

Ob die Corona-Krise sich tatsächlich längerfristig auf unser Einkaufsverhalten auswirken wird, bleibt abzuwarten. Bewusstere Entscheidungen beim Einkauf wären zumindest für unsere Gesundheit und die Umwelt eine positive Entwicklung.