Eigentlich war sie gar nicht für den deutschen Markt gedacht, jetzt soll Amazons Mikrowelle mit Sprachsteuerung doch noch kommen. Ursprünglich sollte das Gerät nämlich nur als Referenzmodell dienen und veranschaulichen, wie Sprachassistentin Alexa auch in anderen Geräten eingebaut werden könnte, erklärte Amazon-Geräte-Chef Dave Limp gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Die in den USA knapp 60 Dollar teure Mikrowelle sei aber so populär geworden, dass der Konzern nun über eine breitere Vermarktung nachdenke. Man wolle allerdings erst sehen, wie sich das Interesse in den kommenden sechs Monaten entwickle. Der Mikrowelle kann man über einen verbundenen Echo-Lautsprecher von Amazon Kommandos wie "Alexa, wärme den Reis auf" geben.

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In der zweiten Jahreshälfte 2019 dürften unterdessen auch diverse Hausgeräte anderer Hersteller mit Alexa-Sprachsteuerung in den Handel in Deutschland kommen, sagte Limp. Amazon bietet dafür einen Einbau-Chip an. Mit Herstellern werde bereits an der Integration gearbeitet. Sie könnten dabei auch eigene Weck-Wörter statt "Alexa" verwenden.

Amazon hat Alexa-Trend gesetzt

In Deutschland habe Amazon "Millionen" Alexa-Nutzer, sagte Limp ohne konkretere Angaben. Im aktuellen Weihnachtsgeschäft habe sich das neue Modell des Lautsprechers Echo Show mit größerem Display im weltweiten Vergleich hierzulande besonders stark verkauft. Amazon hatte mit den Echo-Geräten die Kategorie der vernetzten Lautsprecher mit Sprachassistenten an Bord überhaupt erst etabliert. Inzwischen sind Google und Apple auf Aufholjagd.

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Amazon habe das Echo-Projekt ungefähr zeitgleich mit seinem schnell gescheiterten Handy Fire Phone angestoßen, sagte Limp. Das Smartphone, das unter anderem Artikel zum Nachbestellen erkennen sollte, war ein Flop und wurde weniger als ein Jahr nach dem Start 2014 vom Markt genommen. Limp dämpfte die Aussichten auf eine Rückkehr in das Geschäft: "Wir würden nur ein Telefon bauen, wenn es sich sinnvoll von den anderen unterscheiden könnte."

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Darin, dass Alexa-Nutzer dadurch auf die Software nicht gleichermaßen außerhalb des Hauses zugreifen können wie auf den Google Assistant auf Android-Telefonen oder auf Apples Siri auf dem iPhone, sieht Limp keinen größeren Nachteil für Amazon. "Das erlaubt es uns, keinen mobilen Assistenten bauen zu müssen", sondern sich auf Funktionen fürs Zuhause zu konzentrieren.

Amazon plant Alexa fürs Auto

Zugleich arbeitet der Konzern daran, Alexa im Auto direkt in die Infotainment-Anlagen zu integrieren. Als Nachrüstlösung testet Amazon zunächst in den USA das kleine Gerät Echo Auto, mit dem man per Sprachbefehl zum Beispiel die Musik auswählen oder von unterwegs vernetzte Geräte daheim steuern kann. Der Plan sei, es mit der Zeit auch in andere Länder wie Deutschland zu bringen, sagte Limp. Echo Auto sei zwar grundsätzlich eine Übergangslösung - die aber angesichts der langen Produktzyklen in der Autoindustrie auch längere Zeit im Markt bleiben könnte.

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Der Streaming-Dienst Apple Music soll im kommenden Jahr auch in Deutschland auf Echo-Lautsprechern verfügbar sein, bestätigte Limp. Bisher gibt es die Integration nur in den USA. Apple hat mit dem HomePod selbst ein - teureres - Echo-Konkurrenzgerät im Angebot. Dass der hauseigene Musik-Service nur auf diesem Lautsprecher direkt verfügbar war, war zunächst als Kaufanreiz dafür gewertet worden.