Während die Schwellen- und Entwicklungsländer weiter stark zulegten, befreiten sich die Industriestaaten endlich aus ihrer jahrelangen Krise, urteilt die internationale Finanzorganisation in ihrem am Mittwoch in Washington veröffentlichten Bericht zur Lage der Weltwirtschaft.

Nach einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2,4 Prozent 2013 werde die Wirtschaftsleistung weltweit in diesem Jahr um 3,2 Prozent zulegen. 2015 werde das globale Wachstum 3,4 Prozent betragen und 2016 dann 3,5 Prozent.

Optimistisch sind die Weltbank-Ökonomen insbesondere für Europas größte Volkswirtschaft Deutschland. Nach ihrer Prognose kann die deutsche Wirtschaft 2014 um satte 1,9 Prozent zulegen; für die beiden Folgejahre wird immerhin noch ein Zuwachs von 1,7 und 1,6 Prozent vorhergesehen.

Auch für die Eurozone insgesamt geht es laut Weltbank aufwärts. In diesem Jahr erreiche sie ein Wachstum von 1,1 Prozent, 2015 sollen es 1,4 Prozent sein und 2016 liege das Plus beim BIP dann bei 1,5 Prozent. Deutlich besser sieht es in den USA aus: Für die größte Volkswirtschaft rechnet die internationale Institution in diesem Jahr mit 2,8 Prozent, für 2015 mit 2,9 und für 2016 mit 3,0 Prozent.

«Die Leistung in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften nimmt an Kraft zu, und das sollte in den kommenden Monaten stärkeres Wachstum in den Entwicklungsländern unterstützen», sagte Weltbank-Präsident Jim Yong Kim einer Mitteilung zufolge.

So steigt das BIP-Wachstum in den reichen Nationen zwischen 2013 und 2016 von 1,3 auf 2,4 Prozent. In den Schwellen- und Entwicklungsländern zieht es der Prognose zufolge von 4,8 auf 5,7 Prozent an. Motoren bleiben China und Indien, aber auch afrikanische Länder wie Angola und Nigeria.

Die Weltbank warnt aber auch vor globalen Risiken. «Man muss nicht sehr scharfsinnig sein, um zu sehen, dass unter der Oberfläche Gefahren lauern», erklärt der Chefökonom der UN-Sonderorganisation, Kaushik Basu. Vor allem die Möglichkeit steigender Zinsen durch eine strengere Geldpolitik der Notenbanken könnte den aufstrebenden Ländern Probleme bereiten.

Bis jetzt sei die Abkehr von der quantitativen Lockerung zwar relativ ruhig verlaufen, aber wenn die Zinsen zu schnell stiegen, könnten die Kapitalflüsse monatelang massiv einbrechen und anfällige Staaten in die Krise führen. Vor allem aufstrebende Länder mit großen Handelsdefiziten, hohen Anteilen an Auslandsschulden und einer schnell gewachsenen Kreditwirtschaft seien gefährdet.