Ohne den Einfluss saisonaler Faktoren - also vor allem ohne die Auswirkungen der Sommerferien - gehen die meisten Analysten jedoch nur von einer Stagnation aus. Einige sehen sogar einen leichten Rückgang der bereinigten Erwerbslosigkeit. Die offiziellen Zahlen will die Bundesagentur für Arbeit an diesem Mittwoch (31.07.) in Nürnberg bekanntgeben.

«Die meisten Bundesländer haben jetzt schon Sommerferien, so dass wir einen spürbaren Anstieg haben im Vergleich zu den Vormonaten, in denen sich die Frühjahrsbelebung hingezogen hat», erläuterte etwa Alexander Koch von der HypoVereinsbank. Der Grund: Viele Betriebe machen derzeit Urlaub, andere verschieben geplante Einstellungen auf die Zeit nach der Sommerpause.

Insgesamt sei die Lage auf dem Arbeitsmarkt aber weiter positiv, betonte Koch: «Wegen des gut laufenden Konsums und der Binnenkonjunktur waren die Beschäftigungsaussichten im Juli weiter stabil. Und wir denken auch, dass der Beschäftigungsaufbau unverändert anhält.»

Am optimistischsten schätzt die Lage Rolf Schneider von der Allianz ein, der nur von einem Anstieg der Juli-Arbeitslosigkeit um 38 000 ausgeht. «Wir hatten sehr starke witterungsbedingte Behinderungen, und es wird einen großen Nachholeffekt geben», argumentierte der Volkswirt. Auch die Flut werde sich auswirken. Außerdem habe sich der private Verbrauch belebt, die Einkommensentwicklung sei positiv und die Exporte in den Euroraum hätten sich stabilisiert.

DZ-Bank-Volkswirt Michael Holstein hingegen rechnet wegen der Ferienzeit mit einem Anstieg der Jobsucher um bis zu 90 000. Für die kommenden Monate zeigten sich sämtliche befragten Analysten aber gleichermaßen zuversichtlich. «Der Ausblick für den Rest des Jahres ist positiv, allerdings erwarten wir nur einen sehr gemächlichen Rückgang der Arbeitslosenzahlen, weil die Konjunktur doch nur schwer in die Gänge kommt», schildert Holstein.