«Unabhängig von Wirtschaftssanktionen dürften die deutschen Exporte nach Russland und in die Ukraine in diesem Jahr um über sechs Milliarden Euro sinken», schätzte er am Dienstag in einer Mitteilung des Ausschusses. Allein dadurch seien in Deutschland mindestens 25 000 Jobs in Gefahr.

«Wer in Wirtschaftssanktionen einsteigt, muss klar erklären, unter welchen Bedingungen sie wieder aufgehoben werden», betonte Cordes. «Es droht sonst eine dauerhafte Verunsicherung von Investoren, eine zunehmende Isolierung und Abkehr Russlands vom Westen und eine Schädigung der konjunkturellen Entwicklung in ganz Europa.»

Die sich verschärfende Ukraine-Krise macht sich weiterhin auch am russischen Finanzmarkt bemerkbar. Eine für Mittwoch geplante Auktion von Staatsanleihen wurde laut Finanzministerium in Moskau abgesagt.

Als Grund nannte das Ministerium «negative Marktbedingungen». In den vergangenen Wochen sind die Renditen, die Investoren für russische Anleihen verlangen, deutlich gestiegen. Im Gegenzug fielen die Kurse. Auch die Landeswährung Rubel steht seit längerem unter Druck.

Auf Rubel lautende Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit müssen derzeit eine Verdienstspanne von gut neun Prozent bieten. Das ist der höchste Stand seit zweieinhalb Monaten. Auch die Prämien für entsprechende Ausfallversicherungen hatten jüngst merklich zugelegt. Als Hauptgrund nennen Marktbeobachter die verschärfte Ukraine-Krise, die zuletzt im Absturz der malaysischen Passagiermaschine mit fast 300 Menschen über dem Osten des Landes und in einer Teilmobilmachung Kiews gipfelten.