Im November legten sie aber um rund ein Prozent zu, wie der Branchenverband Acea am Dienstag mitteilte. Bereits im September und Oktober waren die Zahlen nach oben gegangen. «Der europäische Automarkt befindet sich zwar immer noch in der Krise, aber nicht mehr im freien Fall», sagte Auto-Experte Peter Fuß von Ernst & Young (E&Y). «Weiter runter wird es nicht mehr gehen.»

Wann eine echte Erholung einsetzt, ist dagegen noch nicht

ausgemacht. «Gerade die südeuropäischen Länder werden noch lange

unter der sehr hohen Arbeitslosigkeit leiden, die sich auch in

schwachen Neuwagenverkäufen niederschlägt», erklärte Fuß.

Es dürfte auch an dieser Zweiteilung Europas liegen, dass die Gewinner der Krise vor allem in Deutschland zu finden sind. Zwar macht die maue Nachfrage in Europa auch Volkswagen, BMW oder Daimler zu schaffen - aber im Vergleich zur Konkurrenz haben sie in den vergangenen Jahren kräftig hinzugewonnen.

Nach Berechnungen von E&Y lag der Marktanteil der deutschen

Hersteller 2009 noch bei 30,6 Prozent - während Südeuropäer wie PSA

Peugeot Citroen oder Fiat und Amerikaner wie General Motors oder Ford

zusammen auf 49,5 Prozent kamen. Heute liegen sie fast gleich auf:

Die Deutschen kommen auf 37 Prozent, Amerikaner und Südeuropäer auf 41,6 Prozent.

Nach Acea-Zahlen ging jedes vierte in Europa verkaufte Auto in diesem Jahr alleine auf die Rechnung des VW-Konzerns. Laut Fuß

haben sich die Gewichte in Europas Autoindustrie «in den vergangenen

Jahren massiv verschoben». Ein Weg zurück zu den alten Verhältnissen ist nicht in Sicht - im Gegenteil: Die deutschen Autobauer stehen finanziell blendend da und könnten ihre Position sogar noch stärken. Dank gewaltiger Investitionen in neue Modelle dürften sie von einer möglichen Erholung in Europa überdurchschnittlich stark profitieren, schätzen die E&Y-Experten.

Das nötige Kleingeld dazu haben sie sich unter anderem in China

geholt. Auf dem weltgrößten Automarkt schießen die Verkaufszahlen der

deutschen Hersteller nach oben. China ist zum wichtigsten Absatzmarkt der deutschen Autobauer geworden.

Auf dem Heimatkontinent gab es im November indes kein

einheitliches Bild bei den Herstellern. Während der

Volkswagen-Konzern dank neuer Modelle seiner Töchter Seat und Skoda

zulegen konnte, ging der Absatz bei BMW und Mercedes-Benz zurück.

Insgesamt wurden gut 938 000 Neuwagen in der EU zugelassen, seit

Januar sind es 10,95 Millionen Stück.