Die Aktionäre sollten das Angebot daher nicht annehmen. Das Management argumentiert, dass sich Aer Lingus seit 2009 zu einem profitablen und zukunftsfähigen Unternehmen entwickelt habe. Außerdem sei es zweifelhaft, ob die EU-Kommission die Übernahme genehmigen würde. Den ersten Übernahmeversuch durch Ryanair hatten die Wettbewerbshüter vor mehr als fünf Jahren gestoppt.

Ryanair hatte am Dienstagabend angekündigt, Aer Lingus in einem dritten Versuch doch noch ganz übernehmen zu wollen. Europas größte Billigfluggesellschaft bietet 1,30 Euro je Aer-Lingus-Aktie - weniger als halb so viel wie beim ersten Versuch und 10 Cent weniger als beim zweiten Anlauf 2008. Insgesamt bewertet die neue Offerte Aer Lingus nur noch mit knapp 700 Millionen Euro.

Aer Lingus hält es für möglich, dass Ryanair demnächst sogar die bestehende Beteiligung von knapp 30 Prozent abstoßen muss. Derzeit beschäftigt sich noch die britische Übernahmekommission mit dem Thema.