Man erfinde ein Betriebssystem, verkaufe es mit einem PC und lehne sich beruhigt zurück, während sich die Kassen von alleine füllen. Microsoft-Gründer Bill Gates hat es geschafft, sein Betriebssystem auf den meisten Rechnern weltweit zu verkaufen und war damit ziemlich lang ziemlich erfolgreich. Doch er hat nicht erkannt, dass es viele Leute einfach viel praktischer finden, ihre E-Mails auf dem Handy abzurufen oder eben schnell mal zu twittern, was sie gerade machen - dumm nur aus Sicht von Microsoft, dass sie dafür ihr iPhone oder ihr Android-Handy zücken. Dabei wäre es für den Konzern so einfach gewesen, seine Bekanntheit auch in der mobilen Welt auszuspielen und darauf zu setzen, dass die Nutzer bei dem bleiben, was sie ohnehin schon kennen. Stattdessen machte sich der damalige Microsoft-Chef Steve Ballmer in all seiner Arroganz über das erste iPhone lustig, anstatt die Zeichen der Zeit zu erkennen.

Microsoft ist der Nachahmer


Seine Nachfolger scheinen da etwas weitsichtiger zu sein: Die Kunden mögen Windows 7? Wir verlängern den ursprünglich nur bis Anfang 2015 geplanten Support bis 2020. Sie vermissen in der neuesten Windows-Version den Startknopf? Er wird standardmäßig wieder verfügbar sein. Die Konkurrenz verschenkt Betriebssystem und Büroanwendungen an Gerätehersteller und Kunden? Microsoft macht das nach.

Und genau das ist das Problem: Microsoft ist weder bei Tablets noch bei Smartphones Marktführer, muss Käufer erst überzeugen, dass seine Produkte besser sind. Nutzer werden auch nach XP mit Windows auf ihrem Rechner arbeiten. Aus Bequemlichkeit. Genau deshalb werden sie ihre mobilen Geräte nur dann wechseln, wenn es bessere Alternativen gibt. Ob die von Microsoft kommen, ist auch mit der neuen Gratis-Mentalität zweifelhaft.