Tanken wird in Deutschland immer teurer: Laut ADACwar der Oktober 2018 der teuerste Tankmonat seit Jahren. Ein Liter Diesel kostete im Schnitt 1,388 Euro, für einen Liter Super E10 mussten Autofahrer im Schnitt 1,514 Euro berappen - und das obwohl die Preise am Rohölmarkt deutlich gesunken sind.

Hohe Spritpreise: In vielen anderen europäischen Ländern ist Tanken noch viel teurer

Und damit kommen deutsche Autofahrer ja noch vergleichsweise "günstig" davon. In Dänemark, Italien und den Niederlanden ist Tanken noch teurer. In Frankreich gibt es derzeit Pläne, die Steuern für Diesel-Kraftstoff kräftig zu erhöhen - dabei sind die Preise für Diesel laut der Nachrichtenagentur AFP bereits um 7,6 Cent pro Liter gestiegen, für Benzin um 3,9 Cent. Am vergangenen Wochenende gingen deshalb mehr als 240.000 Franzosen auf die Straße, um gegen die hohen Spritpreise zu demonstrieren. Bei den Protesten in Frankreich gab es sogar ein Todesopfer - und über 100 Verletzte.

Und in Deutschland? Hierzulande empören sich zwar viele Menschen über die hohen Spritpreise, doch von organisierten (Massen-)Protesten war noch nichts zu sehen. Nun scheint sich tatsächlich Widerstand zu regen, wenn auch nur in der digitalen Welt. In den Sozialen Netzwerken Facebook und WhatsApp macht derzeit ein Kettenbrief die Runde, der zu einem Tank-Boykott am kommenden Montag (26. November 2018) auffordert - und natürlich zum Teilen und Weiterschicken dieser Nachricht.

Kettenbrief: Nachricht ruft zu Tank-Boykott am kommenden Montag auf

Auch die inFranken.de-Redaktion erreichte eine solche Nachricht via WhatsApp. Hier ist sie im Wortlaut:

"Große Protestaktion gegen die steigenden Benzin- und Dieselpreise! Montag, 26. November 2018 keine Tankstellen anfahren! Wer tanken muss, sollte das am Sonntag, den 25. November 2018 noch machen.

Sende diese Protestaktion an alle deine Kontakte weiter, um ein Zeichen gegen die hohen Benzin- und Dieselpreise zu setzen.

!! Lasst uns den Ölkonzernen zeigen, dass wir uns nicht alles gefallen lassen!! "

Kettenbrief verbreitet sich bei Facebook und WhatsApp

Woher diese Nachricht ursprünglich kommt, ist derzeit unklar. Fakt ist aber: Sie verbreitet sich rasant in Chats und Timelines etlicher Nutzer - übrigens auch im Nachbarland Österreich. Die Initiatoren werden mit solch einem Tank-Boykott allerdings wenig bis gar nichts bewirken, schon gar nicht bei den Ölkonzernen.

Der Kettenbrief ist gleich aus mehreren Gründen sinnlos. Erstens weiß noch keiner, ob an dem besagten Montag der Sprit nicht sogar billiger ist als am Sonntag - an dem ja nun alle bitteschön tanken sollen. Zweitens sind für Preisschwankungen beim Benzin nicht die Wochentage, sondern unterschiedliche Uhrzeiten verantwortlich. Das bestätigt auch das Bundeskartellamt. Wir haben Tipps gesammelt, wann und wo Autofahrer am günstigsten tanken können.Drittens macht es wenig Sinn einen solchen Boykott auch noch im Vorfeld möglichst öffentlichkeitswirksam anzukündigen.

Unabhängig von der Sinnhaftigkeit der Aktion ist der Kettenbrief aber durchaus als Signal an die Politik hierzulande zu verstehen - gerade auch im Hinblick auf die Überlegungen des Bundesumweltministeriums, mit einer neuen Sondersteuer für Benzin und Heizöl Verbraucher zum Sparen zu bewegen und damit den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Ein Liter Benzin könnte laut Marktbeobachtern dann sogar mehr als 2 Euro kosten - vielleicht gehen dann sogar mal Menschen in Deutschland auf die Straße.

Tipp: Benzinpreise zu vergleichen lohnt sich! Günstige Tankstellen in der Nähe kann man mithilfe von Apps finden. Der ADAC bietet etwa eine kostenlose Spritpreis App für iOS und Android an.