Wenn es um die Wasserversorgung geht, steht Franken ganz gut da. Die Versorgung der Bevölkerung mit einwandfreiem Trinkwasser, sie ist auch noch in den nächsten Jahren gesichert. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest die Regierung von Oberfranken in ihrer Wasserversorgungsbilanz, in der auch eine Entwicklungsprognose bis zum Jahr 2025 enthalten ist. Dabei macht die grundsätzliche Trockenheit in Franken schon Probleme. Während hier im Schnitt jährlich nur etwa 650 Millimeter Niederschläge fallen, sind es beispielsweise in Oberbayern meist 2000 Millimeter und mehr. Über den Main-Donau-Kanal und den Rothsee als Zwischenspeicher gelangt deshalb seit Jahren dieser nasse Überschuss aus dem Süden zur zusätzlichen Wasserversorgung in den Norden. Wobei auch in Franken zunächst in erster Linie die örtlichen Grundwasservorkommen der kommunalen Versorger zur Gewinnung von Rohwasser dienen, das als Trinkwasser aufbereitet wird. Wenn genug Wasser da ist. Im Dürrejahr 2018 erreichten die Grundwasserspiegel im Frankenland ja historische Tiefststände. Inzwischen gibt das Landesamt für Umwelt jedoch vorsichtig Entwarnung. Dessen Pressesprecher Claus Hensold verweist auf neueste Zahlen. Denen zufolge haben sich die fränkischen Grundwasservorräte angesichts eines niederschlagsreichen Winterhalbjahres wieder erholt. Trotzdem: Das Wasser aus dem Süden bleibt für Franken wichtig. Weil hier aufgrund zu geringer Niederschläge in den letzten Jahren das tiefere Grundwasser noch deutliche Defizite aufweise. Wo die Brunnen zu wenig liefern oder die Qualität nicht ausreicht, so im westlichen Oberfranken und in weiten Teilen Mittel- und Unterfrankens, muss auf die Fernwasserversorgung zurückgegriffen werden. In den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ging das noch nicht. Da sank die Wasserqualität im Fränkischen teilweise dramatisch. Weil Wasser für Kühlkreisläufe in Kraftwerken und Fabriken benötigt wurde, und die Kläranlagen noch nicht so ausgereift waren. Wasser aus dem Süden Bayerns und die Ködeltalsperre sorgten für eine Entspannung der Situation. Heute können selbst Dürrejahre die Wasserversorgung nicht gefährden. Martin Rauh, Chef der Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO), verweist darauf, dass allein über die FWO 25 Prozent der oberfränkischen Wasserversorger versorgt werden. Probleme mit dem Trinkwasser könnte es in Zukunft aber auch hierzulande geben. So steht es in der Entwicklungsprognose der Regierung bis 2025. Wo der Boden wenig Wasser speichern kann, könnte es mit dem Klimawandel zu Engpässen kommen. Und: Die Nitratbelastung des Rohwassers ist nach wie vor hoch. Aufgaben, denen sich die Wasserversorger und die Politik stellen müssen. Von der Quelle zum Wasserhahn Das Rohwasser aus Brunnen und Quellen oder aus Talsperren ist zumeist so rein, dass es als Trinkwasser über die kommunalen Wasserversorger direkt weiter in die Haushalte fließt. Beispiel Ködeltalsperre: Hier wird das Rohwasser in der Regel mehrstufig aufbereitet, ehe es auf die Reise geschickt wird. Im ersten Schritt wird Ozon beigemischt, um schwer abbaubare organische Verbindungen zu oxidieren und das Wasser zu entkeimen. Durch Zugabe von Flockungsmitteln werden feine Schwebeteilchen im Wasser zu größeren Flocken verbunden. Das Wasser kann so leichter filtriert werden. Zur Aufhärtung wird dem vorgereinigten Wasser noch Kohlensäure zugeführt. Die Säure reagiert mit dem Kalziumkarbonat (Jurakalk) zu Kalziumhydrogenkarbonat und wird damit härter. So werden die Leitungen nicht so stark angegriffen.

Dann geht's über Fernleitungen den kommunalen Wasserversorgern. Die bereiten ihr Wasser aus eigenen Brunnen ebenfalls auf, um zum Beispiel Eisen und Mangan oder Nitrat und Pflanzenschutzmittel auszufiltern. Schließlich geht's direkt weiter zu den Endverbrauchern in die Haushalte. ang