• Ungewohnte Sendezeit: 20.25 Uhr ARD
  • Frankfurter Ermittler: Brix und Janneke
  • Die Kommissare mit dem Fall überfordert

Der Tatort "Falscher Hase" ist kein klassischer Tatort. Die Suche nach den Mördern gerät in den Hintergrund. Stattdessen kämpfen gleich mehrere Charaktere verzweifelt und fast schon dilettantisch für einen Neuanfang ihres Lebens. Der neue Fall aus Hessen läuft am 1. September zur ungewohnten Zeit (20.25 Uhr) im Ersten.

Zweite Folge der neuen Tatort-Saison

In der zweiten Folge der neuen Tatort-Saison ermitteln die Kommissare Anna Janneke (Magarita Broich) und Paul Brix (Wolfram Koch) aus Frankfurt. Die Beiden werden zu einem Einsatz in ein Solarunternehmen im Umland der Main-Metropole gerufen. Der Wachmann wurde mit einem gezielten Schuss in den Kopf ermordet, der Geschäftsführer Hajo Lohmann wurde von einer Kugel in seinen Oberschenkel schwer verletzt. Seine Ehefrau Biggi ist völlig aufgelöst.

Die Zuschauer haben einen Vorteil: Sie wissen bereits, dass die Lohmanns einen Überfall inszeniert haben und die Versicherungssummer nutzen wollen, um ihr Unternehmen zu retten. Biggi Lohmann hatte geschossen.

Während ihr Mann noch im Krankenhaus liegt, ist Biggi mit der Umsetzung des Plans zusehends überfordert. Möchtegerngangster, die das große Geld durch Erpressung wittern und damit nach Thailand auswandern wollen, kommen ihr in die Quere. Als dann auch noch echte Gangster "ihr erstes großes Ding" durchziehen wollen, verlieren alle irgendwie den Überblick und die Sache eskaliert.

Den Ermittlern traut man die Lösung des Falls nicht wirklich zu

Der Tatort "Falscher Hase" kann seinen eigenen Ansprüchen nicht komplett gerecht werden: Die Story hat Potenzial, kommt aber nicht wirklich ins Laufen und kann die Spannung nicht über 90 Minuten halten. Gerade in den ersten Minuten sind die Dialoge der Kommissare etwas holprig und wirken sehr zugeschnitten. Und genau den Kommissaren, würde der Zuschauer am Liebsten auf die Sprünge helfen. Denn: Den Ermittlern traut man die Lösung des Falls nicht wirklich zu. Hätte die Polizei ihre Arbeit gleich richtig gemacht, wären die Mängel im Plan der Lohmanns schnell aufgefallen. So fällt erst viel zu spät auf, dass das Überwachungsvideo geschnitten wurde. Aber dann wäre der Fall wohl deutlich schneller gelöst worden.

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Fazit

"Falscher Hase" ist ein solider Tatort, den man schauen kann. Und einer, der an vielen Stellen mit teils schwarzem Humor daherkommt - auch dank der dilettantischen Aktionen der Protagonisten.

Der Fall des Hessischen Rundfunks "Falscher Hase" aus Frankfurt feiert am Sonntag, 1. September 2019, in der ARD Premiere.

Bilder: HR/Bettina Müller