Update, 14.41 Uhr: Der BR sendet Fastnacht in Franken 2019 zwei Mal als Wiederholung

Wer "Fastnacht in Franken" 2019 am Freitagabend verpasst hat, muss nicht traurig sein: Schon am Samstag, 23.02.2019, strahlt der BR um 20.15 Uhr eine Wiederholung aus. Außerdem ist die Prunksitzung am Faschingsdienstag, 5. März 2019, ab circa 12.20 Uhr ein weiteres Mal im BR Fernsehen zu sehen.

Unser Tipp für Smart-TV-Besitzer, die unabhängig von den Wiederholungsterminen sein wollen: Die komplette Sendung gibt es als kostenlosen Stream in der BR-Mediathek. Auf mobilen Geräten wie Smartphone oder Tablet empfiehlt sich die Installation der Medathek-App, um "Fastnacht in Franken 2019" sehen zu können.

Update, 12.45 Uhr: Einschaltquoten wieder top, Marktanteil in Bayern über 50 Prozent

Wie der Bayerische Rundfunk mitteilt, haben am Freitagabend 3,79 Millionen Zuschauer bundesweit die Kult-Faschingssendung "Fastnacht in Franken" angeschaut. In Bayern lag der Marktanteil bei über 50 Prozent mit 50,1 Prozent.

Die diesjährige "Fastnacht in Franken"-Ausgabe ist zudem die dritterfolgreichste Sendung seit 1991 im BR Fernsehen. Bei den Zuschauern zwischen 14 und 49 Jahren kam die Liveübertragung ebenfalls sehr gut an: Hier lag der Marktanteil bei starken 26,5 Prozent.

"Franken helau, lau, lau" - als Musiker Matthias Walz zur Melodie des Sommerhits "Bella Ciao" ein Loblied auf Franken singt, hält es die Zuschauer der "Fastnacht in Franken" nicht auf den Stühlen. Sie schunkeln, singen, klatschen. Die Stimmung war gut am Freitagabend bei der Faschings-Sendung des Bayerischen Rundfunks (BR) aus Veitshöchheim (Landkreis Würzburg).

Einen Knalleffekt gab es am Ende - nach über dreieinhalb Stunden: Die ehemalige Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU), Stammgast der Franken-Fastnacht, wurde mit einem Lied für ihr Lebenswerk geehrt - und war zu Tränen gerührt. Die Tränen liefen immer stärker, als immer mehr Künstler in blauen Kleidern auf der Bühne auftauchten - inklusive Bauchrednerpuppe Nilpferd Amanda. Blau gilt als Lieblingsfarbe Stamms, ein Running Gag in der Sendung.

Viele bunte Kostüme - nur nicht bei Markus Söder

Eine weitere Überraschung war das "Kostüm" des stellvertretenden Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger (Freie Wähler): Er trug wie Markus Söder (CSU) gediegen Smoking und Fliege. Zu den kreativen Kostümen des Abends zählten BR-Fernsehdirektor Reinhard Scolik als Modedesigner Rudolph Mooshammer und die beiden Fraktionsvorsitzenden der Grünen: Ludwig Hartmann kam als "Artenretter"-Superheld und Katharina Schulze als Avatar. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte sich zu Spock verwandelt. Die Staatsministerin für Digitales, Dorothee Bär (CSU), war wie Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) als "Herzdame" verkleidet.


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Von den zwölf Ministern im Freistaat waren elf bei der Prunksitzung des Fastnachtverbandes Franken anwesend. Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) hatte kurzfristig abgesagt. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) blieb wie im Vorjahr - als er noch bayerischer Ministerpräsident war - der Veranstaltung fern.

Viel Spott für die CSU

Die Prunksitzung des Fastnacht-Verbands Franken wird seit 1987 live im BR ausgestrahlt, seit 1988 aus Veitshöchheim. Sie ist seit Jahren die erfolgreichste BR-Sendung. Im vergangenen Jahr sahen bundesweit vier Millionen Menschen zu.

Besonders oft bekamen erwartungsgemäß Markus Söder und Hubert Aiwanger ihr Fett weg. In den Bühnennummern wurde über vieles hergezogen, das den Freistaat oder Deutschland in den vergangenen Monaten bewegte: Bayerns Raumfahrtprogramm Bavaria One, der Kreuzerlass und das Polizeigesetz ebenso wie die Datenschutzgrundverordnung, der Missbrauch in der Kirche, Schlepperbanden und Brexit - und immer wieder die Wahlverluste bei SPD und CSU.

Einladungen zur Franken-Fastnacht erhalten unter anderem Minister des Freistaats und Fraktionsvorsitzende sowie aus Franken stammende Bundesminister und Staatssekretäre. Von Kirchenseite waren der Würzburger Bischof Franz Jung, Altbischof Friedhelm Hofmann und der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm geladen.

Sympathien für die Altneihauser Feierwehrkapell'n

Zudem präsentiert der BR bei der Fastnacht gezielt eigene Prominenz, diesmal unter anderem Franken-Tatort-Schauspieler Andreas Leopold Schadt (verkleidet als Panzerknacker). Die Schauspielerin Carina Dengler - bekannt aus der BR-Sendung "Dahoam is Dahoam" - sang das Eingangslied. Dengler stammt aus der Oberpfalz, die bei der "Fastnacht in Franken" normalerweise durch den Kakao gezogen wird - aber auch Minderheitenschutz genießt.

Die fränkische Hassliebe zur Oberpfalz zeigte sich vor allem bei der Altneihauser Feierwehrkapell'n. In diesem Jahr brachte das Publikum der "Skandalkapelle" besonders große Sympathie entgegen - nicht selbstverständlich, nachdem die Musiker 2018 mit Spitzen gegen das Alter von Brigitte Macron, Ehefrau des französischen Präsidenten, angeeckt waren.

Tänzerischer Höhepunkt war eine Formation aus zehn Deutschen Meisterinnen, die jüngste elf, die älteste 44 Jahre (Deutsche Meisterin 1986) alt. Seit August hatten die Tänzerinnen geübt. Neu dabei waren die Turner der Schwarzen Elf aus Schweinfurt. Sie bauten akrobatische Menschentürme und erhielten tosenden Applaus.

Vertrag mit BR verlängert

Gewohnt gut kam beim Publikum der politische Büttenredner Peter Kuhn mit seinem Gedicht über deutsche Sicherheitsvorschriften an ("Lieber hier beim Tusch gepfuscht als in der Kirche viel vertuscht"). Standing Ovations erhielt der Kabarettist Klaus Karl-Kraus (KKK genannt). Der Kabarettist, Musiker und Publikumsliebling Michl Müller spielte einen Paketboten.

Die Fürther Komödianten Volker Heißmann und Martin Rassau traten unter anderem als Touristenpaar auf - statt in ihrer Paraderolle als Witwen. Erneut dabei waren auch die Amorbacher Klostersänger, Ines Procter, Oti Schmelzer, Oliver Tissot und Bauchredner Sebastian Reich mit Nilpferd Amanda sowie als Sitzungspräsident der Stimmenimitator Bernd Händel aus Nürnberg.

Von ihm initiiert, schallte etwa 30 Mal ein "Helau" durch die Mainfrankensäle in Veitshöchheim, die Rufe aus dem "Franken Helau"-Lied nicht mitgezählt. Die "Fastnacht in Franken" wird auch in den kommenden Jahren aus Veitshöchheim gesendet. BR und Gemeinde haben den Vertrag bis 2024 verlängert.

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