Der golden-silberne Flitter, der Meisterpokal, das Siegerfoto mit dem Schild mit der Aufschrift «Campeones» im Hintergrund, das obligatorische «We are the Champions» von Queen als musikalische Untermalung: Real Madrid feierte sich.

Die 34. spanische Fußball-Meisterschaft wurde bejubelt, als wären Zuschauer dabei gewesen und als wäre die Zeremonie im Bernabeu statt im Alfredo-di-Stefano über die Bühne gegangen.

Die Erleichterung über den ersten Titel nach drei Jahren waren der Mannschaft um 2014-Weltmeister Toni Kroos und Kapitän Sergio Ramos anzusehen - auch wenn die Fans wegen der Corona-Pandemie draußen bleiben mussten. «Es ist das Ergebnis harter Arbeit und von Beharrlichkeit», sagte Real-Anführer Ramos nach dem entscheidenden 2:1 gegen den FC Villarreal über den Triumph.

Mit dem zehnten Sieg in Serie löste der Rekordchampion den Erzrivalen FC Barcelona endlich wieder als Meister ab. Die kriselnden Katalanen stolperten zeitgleich trotz eines Treffers von Weltstar Lionel Messi mit 1:2 gegen CA Osasuna. Doch selbst ein Sieg hätte ihnen nichts mehr genutzt, um am letzten Spieltag am Sonntag doch noch ihren dritten Titel nacheinander zu feiern. Via Twitter gratulierte der Verein von Nationaltorhüter Marc-André ter Stegen dem Konkurrenten aus der Hauptstadt.

Als Macher des Erfolgs gilt Trainer Zinedine Zidane. Seit März 2019 ist der einstige Weltklasse-Mittelfeldspieler zurück auf der Trainerbank von Real. Die Meisterschaft nun holte der 48-Jährige mit vielen Spielern, auf die er schon in seiner ersten Amtszeit von 2016 bis 2018 setzen konnte und mit denen er dreimal die Champions League gewann. «Wir glauben an ihn, an alles, was er sagt», meinte Ramos.

Zidane wirkt oft ernst. Doch in der Nacht im kleinen Alfredo-di-Stefano-Stadion, der Ausweichheimstätte von Real in Corona-Zeiten, war der Franzose nach seinem zweiten Meister-Titel als Trainer ungewohnt gelöst, umarmte jeden Spieler und wurde von der Mannschaft in die Luft geworfen.

«Das Gefühl ist gewaltig, denn was die Spieler geleistet haben, ist beeindruckend. Ich habe keine Worte für die Emotionen, die ich habe», meinte der Weltmeister von 1998. «Es ist ein beeindruckendes Team von Menschen, und wenn ich sie so glücklich sehe, bin ich sehr glücklich.»

Nun liegt der Fokus auf der Endrunde der Champions League in Portugal. Der Abonnementsieger der Königsklasse, der den Pott allein zwischen 2014 und 2018 vier Mal gewann, hat das Ticket für Lissabon allerdings noch nicht sicher. Am 7. August muss zunächst bei Manchester City von Ex-Barca-Coach Pep Guardiola das 1:2 aus dem Hinspiel wettgemacht werden.

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