Seine persönliche Trophäe dieses historischen Abends klemmte gut verpackt unter dem linken Arm von Marcel Sabitzer. Der Kapitän von RB Leipzig nahm sich jenes Trikot mit nach Hause, in dem er zwei Tore beim souveränen 3:0 gegen Tottenham Hotspur erzielt hatte.

Am Ende stand Leipzig erstmals im Viertelfinale der Champions League und zählt nun zur Crème de la Crème des europäischen Fußballs. «Das vergisst man nicht so schnell. Wir haben über beide Spiele eine sehr gute und reife Leistung gezeigt und sind absolut verdient weitergekommen», sagte Sabitzer. «Es war ein Abend für die Geschichtsbücher. Den werde ich so schnell nicht mehr vergessen. Das wird mir noch einige Male durch den Kopf gehen.»

Unter der Dusche blickten die Leipziger Viertelfinalisten im Bauch der Red Bull Arena zurück auf den rasanten Aufstieg. «Wir haben uns darüber unterhalten, dass wir vor vier Jahren hier gegen Sandhausen 0:1 verloren haben. Und jetzt schlagen wir Tottenham insgesamt 4:0», berichtete Sabitzer. Ebenfalls bei der Sandhausen-Niederlage dabei war damals Emil Forsberg, der gegen die Spurs nur 26 Sekunden nach seiner Einwechslung das dritte Tor besorgte.

Ein wichtiger Faktor an diesem rauschenden Abend war ohne Frage die Entscheidung, dass Spiel trotz der Coronavirus-Krise mit Zuschauern stattfinden zu lassen. 42 146 Fans waren ins Stadion gepilgert und wurden nicht enttäuscht, insofern sie für RB waren. «Beim 1:0 ist die Hütte explodiert, ein paar Minuten später fällt das 2:0. Das sind Emotionen, das trägt», befand Sabitzer.

Dass beide Tore unter gütiger Mithilfe von Weltmeister-Torhüter Hugo Lloris fielen, interessierte nicht wirklich. Zumal RB nach den zuletzt mageren Vorstellungen in der Liga mal wieder ein sehenswertes Spiel bot. «Gemessen an dem Rahmen, war das eine sehr reife Leistung», lobte Trainer Julian Nagelsmann. Seine Mannschaft habe zwar in der zweiten Halbzeit nicht 45 Minuten auf dem Gas gestanden, aber das sah der junge Coach ihr nach.

Als letzte gute Nachricht des Abends gab es kurz vor Mitternacht Entwarnung bei Nordi Mukiele. Der Verteidiger hatte in der zweiten Halbzeit den Ball ins Gesicht bekommen und war benommen zu Boden gegangen. «Ein bisschen Angst, aber wen kümmert das schon», verkündete Mukiele bei Twitter und stellte ein Foto aus dem Krankenhaus dazu. Auch Nagelsmann bestätigte: «Ihm geht es gut, er weiß, dass wir gewonnen haben.»