Jan Frodeno hat seine Siegesserie auch zum Auftakt in die neue Saison fortgesetzt.

Bei seinem Ausflug auf die mittlerweile ungewohnte Kurzdistanz ließ sich der Ironman-Weltmeister von 2015 und 2016 weder von Temperaturen im einstelligen Bereich und einsetzendem Regen noch von der Konkurrenz stoppen. «Es war für mich auch ein wichtiger Meilenstein, bei Kälte ein Rennen so zu gestalten», sagte Frodeno. Das sei ja nicht unbedingt seine Stärke gewesen.

Nach einem Kilometer Schwimmen, 40 Kilometern Radfahren und 10 Kilometern Laufen überquerte der 37-Jährige beim Triathlon-Frühjahrsklassiker in Buschhütten als Erster die Ziellinie. «So ein Rennen allein zu bestreiten, ist immer eine schön Sache», meinte Frodeno. «Die Taktik war so oder so: Vollgas geben.»

Auf der Zielgerade klatschte er die Zuschauer ab. Er ist nun seit über einem Jahr ungeschlagen. Das Rennen in Buschhütten gewann er aber zum ersten Mal. Frodeno verwies in 1:38:38 Stunden Andreas Böcherer aus Freiburg auf den zweiten Platz. Der Sieger der vorangegangenen beiden Auflagen war 1:37 Minuten langsamer. Dritter wurde der ehemalige Radprofi Ruben Zepuntke aus Düsseldorf.

Bei den Frauen feierte die deutsche Top-Triathletin Laura Philipp eine Woche nach ihrem Sieg beim 70.3 Ironman in Marbella (1,9 Kilometer/90/21,1) einen weiteren Erfolg. Die 32-Jährige aus Mannheim ist ebenfalls seit über einem Jahr ungeschlagen.

Frodeno wollte zum Start in die neue Saison raus aus der Komfortzone und neue Reize setzen. Er hatte nach dem WM-Titel über die halbe Ironman-Distanz seinen Start auf Hawaii absagen müssen. Eine Stressfraktur in der Hüfte stoppte Frodeno.

Zuletzt war er vor rund sechs Jahren über die Kurzdistanz gestartet, 2008 hatte er darüber Olympia-Gold geholt. Für den Kilometer Schwimmen im Buschhüttener Freibad benötigte er 11:59 Minuten. Die 40 Kilometer auf dem Rad auf einer abgesperrten Schnellstraße absolvierte Frodeno in 53:21 Minuten. Die zehn Kilometer Laufen auf einem teilweise auch kurvigen Kurs schaffte er in 33:19 Minuten. Schon vor dem Start hatte er gesagt: «Ich bin aktuell besser drauf als zum gleichen Zeitpunkt letztes Jahr.»

Die Freude auf den ersten Showdown der drei aktiven deutschen Ironman-Weltmeister dürfte damit noch steigen. Am 30. Juni treten Frodeno, der aktuelle Champion Patrick Lange und Sebastian Kienle in Frankfurt/Main bei der Ironman-EM an.

Während Lange in Vietnam über die Halbdistanz starten wird, absolvierte Kienle am Samstag in St. George im US-Bundesstaat Utah sein erstes Rennen nach dem Verletzungs-Aus auf Hawaii im Oktober vergangenen Jahres. Der 34-Jährige aus Mühlacker lag sehr aussichtsreich im Rennen, als ihn eine Fünf-Minuten-Zeitstrafe entscheidend einbremste.

Die Rennkommissare ahndeten ein angebliches Windschattenfahren, das verboten ist. Es sei seine erste Strafe nach über zehn Jahren als Profi gewesen, schrieb Kienle bei Instagram. Er räumte ein, zu nah am Vordermann dran gewesen zu sein, habe sich aber weder einen Vorteil verschaffen, noch einen anderen Teilnehmer behindern wollen. «Das wäre Betrug und ich habe nicht betrogen», schrieb Kienle. Im Ziel hatte er 4:18 Minuten Rückstand auf Sieger Rodolphe Von Berg aus den USA.