Kurz vor dem Abbruch wegen Dunkelheit erkämpfte sich die US-Open-Halbfinalistin einen 4:6, 6:3, 6:2-Sieg gegen die erfahrene Italienerin Flavia Pennetta. «Das ist ein großer Erfolg, weil Sand eigentlich bis jetzt nicht so mein bester Belag war», sagte Kerber.

Die 24-jährige Kielerin und die an Nummer 18 gesetzte Pennetta zeigten ein selten überragendes, aber dafür umso spannenderes Match. «Es war ein physisch sehr hartes Match, wir saßen gerade beide in der Umkleide und waren platt«, berichtete Kerber. «Am Ende kam die Dunkelheit, und ich habe nur gehofft: Lass es uns bitte zu Ende spielen. Als der Matchball durch war, war ich sehr erleichtert.»

Die Weltranglisten-Zehnte verdiente sich den Erfolg letztlich durch ihren großen Kampfgeist. Bundestrainerin Barbara Ritter sprach anschließend begeistert von einem «geilen Fight» und meinte: «Der dritte Satz war hochklassig! Ich bin stolz auf Angie!»

Auf Deutschlands Nummer eins im Damen-Tennis wartet in ihrem ersten Achtelfinale in Paris in der ungesetzten Kroatin Petra Martic erneut eine lösbare Aufgabe. Als weitere Deutsche haben an diesem Samstag Kerbers Fed-Cup-Kollegin Julia Görges aus Bad Oldesloe und der Hamburger Tommy Haas am Samstag die Chance, die Runde der besten 16 zu erreichen.

Nur mit Mühe kam Roger Federer bei dem wichtigsten Sandplatzturnier der Welt weiter. Der an Nummer drei gesetzte frühere Weltranglisten-Erste bezwang den Franzosen Nicolas Mahut 6:3, 4:6, 6:2, 7:5 und gab damit im Turnierverlauf bereits seinen zweiten Satz ab. «Alles in allem bin ich froh, dass ich durch bin», sagte der Roland-Garros-Gewinner von 2009. Er spielt nun gegen den Außenseiter David Goffin aus Belgien.

Der topgesetzte Novak Djokovic, auf den der 16-fache Grand-Slam-Turniersieger Federer bei der mit 17,226 Millionen Euro dotierten Veranstaltung im Halbfinale treffen könnte, beendete seine Partie noch vor der drohenden Dunkelheit im Eiltempo gegen den französischen Qualifikanten Nicolas Devilder mit 6:1, 6:2, 6:2.

Mitfavoritin Maria Scharapowa musste in der französischen Hauptstadt erst noch vom Donnerstag nachsitzen. In ihrer wegen Dunkelheit vertagten Zweitrundenpartie siegte die Nummer zwei der Tenniswelt aber in nur 60 Minuten mit 6:1, 6:1 gegen Ayumi Morita aus Japan. «Ich habe mich für diese Partie gefühlt 20 Mal aufgewärmt», sagte die 25 Jahre alte Australian-Open-Finalistin etwas genervt. «Aber ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung.»

Die Siegerin der WTA-Turniere in Stuttgart und Rom gab damit beim diesjährigen Wettbewerb in Paris erst zwei Spiele ab. Der French-Open-Sieg ist der einzige Grand-Slam-Titel, der der Russin noch fehlt. «Ich wollte schon immer Roland-Garros-Champion werden. Aber jetzt werden die Gegnerinnen in jeder Runde stärker, und ich muss mein Level weiter steigern», sagte sie. Die an Position 28 gesetzte Chinesin Peng Shuai sollte in Runde drei dennoch keine Hürde sein.

Kein Blöße gab sich auch die Weltranglisten-Erste Victoria Asarenka. Die Australian-Open-Gewinnerin zog mit einem 6:4, 6:4-Sieg gegen die Kanadierin Aleksandra Wozniak ins Achtelfinale ein. Das überraschende Aus ereilte Agnieszka Radwanska, die Nummer drei des Damen-Tableaus. Die Polin unterlag Swetlana Kusnezowa aus Russland mit 1:6, 2:6. Radwanska war als dreifache Turniersiegerin des Jahres in die französische Hauptstadt gereist. «Sie hat heute einfach zu gut gespielt, sie ist eine großartige Sandplatz-Spielerin», sagte Radwanska über die Roland-Garros-Siegerin von 2009.