Der FC Bayern hat sich für die Titelverteidigung in der Basketball-Bundesliga mit einem der Top-Spielmacher in Deutschland verstärkt. Anton Gavel läuft künftig für die Mannschaft von Coach Svetislav Pesic auf, teilten die Münchner mit.

Über einen Transfer des 29-Jährigen von den Brose Baskets Bamberg zum deutschen Meister hatten Medien seit mehr als einem Jahr berichtet. Am Montag absolvierte der Deutsch-Slowake die Medizinchecks in München und unterschrieb einen Zweijahresvertag.

«Anton ist ein Spieler, der in den vergangenen fünf Jahren die BBL wie kaum jemand sonst geprägt hat. Er hat nicht nur individuelle Preise gewonnen, sondern mit seiner Mannschaft auch zahlreiche Titel auf nationaler Ebene», lobte Bayern-Geschäftsführer Marko Pesic.

Mit den Bambergern bejubelte Gavel seit 2009 vier Meistertitel und drei Pokalsiege. In der Finalserie 2013 wurde er zum wertvollsten Spieler gewählt, zuvor war er 2012 und 2013 bereits als bester Verteidiger der Liga auserkoren worden. Der Neuzugang soll Malcolm Delaney ersetzen. Der MVP der Vorsaison hatte die Bayern im Sommer verlassen und bei Lokomotive Kuban Krasnodar in Russland angeheuert.

An einer Verpflichtung von Gavel waren die Bayern schon lange interessiert gewesen, nach dem ersten Titelgewinn seit 59 Jahren machten die Münchner ihr Werben um den gebürtigen Tschechoslowaken öffentlich. Als sich dieser dann gegen eine Vertragsverlängerung in Bamberg entschied, lief alles auf ein Engagement an der Isar hinaus.

«Es ist einfach so, dass ich nach den fünf tollen Jahren in Bamberg eine neue Herausforderung, einfach mal etwas ganz Neues gesucht habe», sagte der wendige Profi. «Ich hatte mehrere Möglichkeiten, aber ein wichtiger Punkt war für mich, dass ich in München wieder Euroleague spielen kann.» Als Meister hatten sich die Bayern für den wichtigsten europäischen Vereinswettbewerb qualifiziert.

Demnächst soll Gavel erstmals mit den Teamkollegen zusammentreffen, am 24. August geht es ins Trainingslager nach Südtirol. Einen seiner künftigen Nebenleute kennt er bereits seit vielen Jahren: Schon 2004 stand er bei den Gießen 46ers mit Heiko Schaffartzik auf dem Court - auf den sich der slowakische Nationalspieler «ganz besonders» freut.