Ferrari darf sich beim Großen Preis von Belgien berechtigte Hoffnungen auf den ersten Saisonsieg in der Formel 1 machen.

Der Monegasse Charles Leclerc und der Heppenheimer Sebastian Vettel gehen im Rennen in Spa-Francorchamps von den Startplätzen eins und zwei auf die legendäre Strecke. Weltmeister Lewis Hamilton und sein finnischer Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas folgen in Reihe zwei.

WIRD AUCH NACH DEM TÖDLICHEN UNFALL IN DER FORMEL 2 GEFAHREN?

Ja. Zwar steht auch die Formel 1 nach dem schrecklichen Unfall-Tod des französischen Motorsport-Talents Anthoine Hubert unter Schock, eine Rennabsage kam aber nicht in Frage. Wie dem 22 Jahre alten Franzosen vor dem Grand Prix gedacht werden soll, stand zunächst noch nicht fest. Hubert war an den Folgen eines schweren Unfalls am frühen Samstagabend noch an der Rennstrecke in Spa-Francorchamps gestorben. Das für Sonntag geplante Rennen der Formel 2 wurde daraufhin abgesagt. Auch Mick Schumacher hätte daran teilnehmen sollen.

KANN LECLERC AUCH IM RENNEN GLÄNZEN?

Sowohl im Training als auch in der Qualifikation hatte der 21 Jahre alte Monegasse Charles Leclerc die Konkurrenz im Griff - Lohn war die dritte Pole Position in diesem Jahr. Zum Vergleich: Vettel hat erst eine vorzuweisen. Leclerc wartet in seinem ersten Jahr bei Ferrari aber noch immer auf den ersten Grand-Prix-Sieg seiner Karriere. Dieser scheint auf dem welligen Kurs zum Start des zweiten Teils der Saison durchaus möglich.

IST AUCH FÜR VETTEL EIN SIEG MÖGLICH?

Ohne Frage. Im Vorjahr feierte der viermalige Weltmeister in Belgien seinen bislang letzten Triumph. Insgesamt konnte er schon dreimal auf der mit 7,004 Kilometern längsten Strecke im Rennkalender siegen. Auch wenn sein Rückstand in der WM-Wertung auf Hamilton bereits 94 Punkte beträgt, will der Hesse nicht aufgeben. «Wir freuen uns auf das Rennen. Wir haben eine gute Pace», sagte Vettel, der den ersten Startplatz aber um mehr als sieben Zehntelsekunden verpasste.

WAS IST MIT DEN BISLANG SO DOMINANTEN MERCEDES LOS?

Die stärkeren Ferrari-Motoren scheinen in Spa einen Vorteil zu haben. Allerdings hinterließen die Silberpfeile von Weltmeister Hamilton und Bottas bei längeren Ausfahrten im Training einen besseren Eindruck und scheinen eher auf Augenhöhe. Deswegen scheint es möglich, dass sie über eine Renndistanz vielleicht doch attackieren und die Scuderia gefährden können. Hamilton geht als Dritter auf die Strecke und hat das Selbstvertrauen aus acht Siegen in zwölf Rennen.

KANN MAX VERSTAPPEN ZUM SPIELVERDERBER WERDEN?

Danach sieht es bislang nicht aus. Nach zwei Saisonsiegen scheint der Red-Bull-Pilot in Belgien nicht in der Lage zu sein, ganz vorn zu landen. Der 21 Jahre alte Verstappen war noch nicht in Schlagdistanz und ist so dieses Mal nur Außenseiter. Allerdings: Die Fans dürften für Extramotivation sorgen. Tausende niederländische Landsleute sind an der Strecke und jubeln ihrem Helden zu. «Das freut mich und motiviert ungemein», sagte Verstappen.

WELCHE BEDINGUNGEN WERDEN ERWARTET?

Völlig anders als an den ersten beiden Tagen vor dem Grand Prix. Von sommerlichen 29 Grad und Sonne am Samstag sollen die Temperaturen am Sonntag auf nur noch maximal 17 Grad fallen, am Vormittag könnte es wenige Stunden vor dem Start regnen. Die Region um den Kurs in den Ardennen unweit der deutschen Grenze ist für das wechselhafte Wetter bekannt. In der Vergangenheit kam es auch schon vor, dass es in einem Abschnitt regnete, während in einem anderen die Sonne schien.