Im olympischen Einzelzeitfahren hatte Moster für einen Eklat gesorgt, als er den Kölner Nikias Arndt mit rassistischen Worten anfeuerte, den vor ihm fahrenden Lagab einzuholen. Moster hatte sich für seine Wortwahl entschuldigt, mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) hatte es ein klärendes Gespräch gegeben. Weitere Konsequenzen blieben bisher aus.

Nach Arndt selbst hatte auch der nicht bei Olympia startende Rick Zabel Mosters Entgleisung als einer von wenigen Sportlern verurteilt. «Auf der einen Seite verstehe ich alle SportlerInnen, die nichts dazu sagen, weil man Angst davor hat, selbst in die Schusslinie zu geraten, wenn man seine Meinung äußert oder einfach nicht mehr für eine EM, WM oder Olympia nominiert wird», schrieb der Profi und Sohn des früheren Radstars Erik Zabel bei Instagram. «Auch wenn ich selber nicht bei den Olympischen Spielen dabei bin, schäme ich mich für die Aussagen.»

Zabel kritisierte, dass es nach dem Rennen nur eine «lapidare Entschuldigung» gegeben habe. «Ich persönlich kann nicht verstehen, dass nach diesem Verhalten nicht sofortige Konsequenzen vom BDR oder DOSB getroffen worden sind.» Wenn man olympische Werte und Anti-Rassismus-Kampagnen nachhaltig glaubhaft vertreten wolle, dürfe ein solcher Vorfall nicht geduldet werden.

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