In den vergangenen Jahren auf fünfte Plätze abonniert, fuhr das Frauen-Duo zum Auftakt der Bahnrad-WM in Australien am Mittwoch zweimal eine neue Weltbestmarke und sicherte sich Gold. Im Finale verbesserten Welte/Vogel ihren Rekord aus der Qualifikation auf 32,549 Sekunden und siegten vor Gastgeber Australien (32,597).

Betretene Mienen gab es dagegen bei den Titelverteidigern im Männer-Teamsprint. Nach Gold 2010 und 2011 sowie Weltrekord wurde das deutsche Trio mit Rene Enders (Erfurt), Maximilian Levy (Cottbus) und Stefan Nimke (Schwerin) nach zweitbester Qualifikationszeit aufgrund eines Wechselfehlers ausgeschlossen. «Aus meiner Sicht war der Wechsel wie immer. Ich sehe keinen Fehler und finde die Entscheidung hart», sagte Schlussmann Nimke. Levy, der nach Ansicht der Kommissäre den Fehler produzierte, wollte sich nicht konkret äußern. Im Finale um Gold bezwang Gastgeber Australien die Franzosen mit einer Tausendstelsekunde Vorsprung. Großbritannien mit dem gebürtigen Deutschen Philip Hindes wurde ebenfalls disqualifiziert.

Trost nach dem bitteren Aus für die Männer fand Bundestrainer Detlef Uibel im Jubel über die Frauen. «Das Ergebnis ist ebenso überraschend wie überragend. Die Mädels haben eindrucksvoll gezeigt, dass wir auf einem guten Weg sind», meinte ein sichtlich erleichterter Uibel. Bereits in der Qualifikation hatten die beiden in 32,630 Sekunden einen Weltrekord aufgestellt. «Ich kann es nicht fassen. Das geht nicht in meinen Kopf. Einfach geil», freute sich Kristina Vogel, die nach fünf Titeln im Junioren-Bereich erstmals das Regenbogen-Trikot bei der Elite überstreifte. Damit sind die beiden Deutschen auch heiße Medaillen-Kandidaten für London.

Der deutsche Bahnvierer belegte zum WM-Auftakt Platz neun. Das Quartett hatte schon zuvor wie 2008 die Qualifikation für die Olympischen Spiele in London verpasst, deshalb ging es in Melbourne nur ums Prestige. Immerhin gelang Nikias Arndt, Henning Bommel (Cottbus), Stefan Schäfer (Berlin) und dem in die Erfurter Vorfälle um mit UV bestrahltes Blut verwickelten Jakob Steigmiller (Biberach) in 4:05,078 Minuten die schnellste Zeit seit den Spielen 2004. «Wir haben uns im Saisonverlauf um rund vier Sekunden gesteigert. Mehr war hier nicht drin», sagte Bundestrainer Sven Meyer.

Im Finale siegte Großbritannien mit Weltrekord-Zeit von 3:53,295 Minuten hauchdünn vor Australien (3:53,401). Im nicht olympischen Scratch belegte Lucas Liß (Unna) Platz sechs. Den Sieg sicherte sich der Brite Ben Swift.