Da saß Deutschlands Sportler des Jahres wegen einer hartnäckigen Verletzung im rechten Knie frustriert im Anzug auf der Bank. Voraussichtlich am 29. Januar gegen die San Antonio Spurs soll er zurückkehren. Seit Wochen zwickt den 2,13-Meter-Riesen das malträtierte Gelenk.

«Wenn es nach Dirk gegangen wäre, hätte er heute gespielt. Wir glauben aber, dass es besser ist, wenn er acht Tage ein spezielles Programm absolviert, um seine Verletzung und die Kondition aufzuarbeiten», erklärte Headcoach Rick Carlisle. Immerhin verzichtet der Cheftrainer freiwillig und aus Umsicht auf seinen wertvollsten und treffsichersten Spieler.

«Es geht nicht darum, dass ich ihn schonen will. Es ist eher genau das Gegenteil», meinte Carlisle. Den «Dallas Morning News» hatte Nowitzki bereits vor dem Match beim Angstgegner gesagt: «Ich habe Probleme mit dem Sprungwurf. Ich komme aus den Knien nicht richtig in die Luft.»

Offenkundig hinterließen die Belastungen beim Marsch der «Mavs» durch die Playoffs zum ersten Meistertitel im Mai späte Spuren. Die mit dem Aus in der Zwischenrunde verpatzte EM mit der deutschen Nationalmannschaft tat ein Übriges. «Ich hatte zwischendurch die Nase voll vom Basketball, wollte mal abschalten», hatte Nowitzki in der vergangenen Woche in Utah noch erklärt.

Und sein Formbarometer mit zur Zeit nur 17,5 Punkten im Schnitt pro Spiel spricht Bände. So schwach war er zuletzt 1999 mit den «Mavs» in die Saison gestartet. Sein Karriere-Schnitt liegt seit 13 Jahren bei knapp 22 Punkten. Aber die kurze Vorbereitungszeit nach dem Lockout war wohl Gift für ihn. Doch die Neuzugänge Lamar Odom und Delonte West (je 16 Punkte) sprangen beim ersten Auswärtssieg in New Orleans nach zuvor acht Pleiten für Nowitzki in die Bresche.

In den Schlusssekunden machte Jason Terry mit zwei verwandelten Freiwürfen für die Gäste alles klar. Bei den Hornets kam Carl Landry auf 19 Zähler. Der deutsche Nationalteam-Center Chris Kaman musste sich dagegen in nur etwas mehr als sieben Minuten Spieleinsatz mit drei Punkten für den Gastgeber begnügen, der das siebte Spiel nacheinander und das zwölfte der letzten 13 verlor.