Trotz eines Fehlschusses sicherte sich der Weltmeister im Biathlon-Sprint seinen ersten Saisonsieg und bescherte damit den deutschen Herren den zweiten Erfolg in diesem Winter. Dank einer furiosen Schlussrunde hatte der 24-Jährige nach zehn Kilometern 1,1 Sekunden Vorsprung auf den Franzosen Simon Fourcade. Dritter wurde der Russe Jewgeni Ustjugow.

«In Oberhof fühle ich mich wohl, das ist meine Lieblingsstrecke. Das war heute ein ganz besonderes Rennen», bekannte der Niedersachse, der im Sommer nach Oberhof ziehen will. Dann will er sein Kasernenzimmer gegen eine gemütliche Wohnung eintauschen. In Oberhof, wo er seit längerem zur Trainingsgruppe von Mark Kirchner gehört, hatte er auch sein Weltcup-Debüt gefeiert und war gleich in der Staffel auf Platz zwei gelaufen.

Im Ziel zeigte der Niedersachse nach dem Blick auf die Videowand die Siegerfaust und schickte einen Schrei gen Himmel, ehe er sich von den 22 000 begeisterten Zuschauern in der Rennsteig-Arena am Grenzadler bejubeln ließ. Seine fünf Weltcupsiege hat er allesamt im Sprint geschafft. Weltcup-Gesamtsieger Tarjei Bö aus Norwegen war wegen einer Erkältung ebenso nicht am Start wie Rekord-Weltmeister Ole Einar Björndalen, der einen Trainingsblock eingelegt hat.

«Das war einen Riesenerlebnis und Balsam für die Seele. Man weiß, dass man auf dem richtigen Weg ist. Ich habe gemerkt, ich kann es noch und das gibt mir Selbstvertrauen für die nächsten Rennen», sagte Peiffer mit einem strahlenden Lächeln. Einen Tag nach dem furiosen Sprintsieg von Rekord-Weltmeisterin Magdalena Neuner war es der zweite Erfolg für das deutsche Team, das in den beiden vorangegangenen Staffel beim Heim-Weltcup noch leer ausgegangen war.

Ein Achtungszeichen setzte auch Florian Graf. Der Eppenschlager, der in der Staffel am Schießstand mit widrigen Windbedingungen zu kämpfen hatte, leistete sich nur einen Fehler und lief auf Rang sieben. «Ich habe mich diesmal besser drauf eingestellt und war souveräner am Schießstand. Aber der eine Fehler hätte nicht sein müssen», sagte Graf. Michael Rösch (1) wurde 17., Simon Schempp (3) kam als 19. ins Ziel. Andreas Birnbacher (2) landete auf Rang 24.

Peiffer bezeichnet sich selbst als Spätstarter, auch in der vergangenen Saison zeigte seine Formkurve erst ab Januar kontinuierlich nach oben. Mit dem Ergebnis, dass er bei der WM in Chanty-Mansijk im März Sprint-Weltmeister wurde. «Ich weiß, dass ich im Januar und zum Ende der Saison stets besser bin als am Anfang. Deswegen habe ich mich auch nicht aus der Ruhe bringen lassen», erklärte der 24-Jährige.

Am 5. Januar hatte sich Peiffer in der Staffel läuferisch noch nicht in Top-Form gefühlt. Doch diesmal flog er regelrecht zum ersehnten Erfolgserlebnis. Hinter dem Norweger Emil Hegle Svendsen setzte er die zweitbeste Laufzeit. «Ich wusste, dass ich am Birxtstieg acht Sekunden hinten lag und habe alles gegeben», meinte Peiffer, der mit einem Rückstand von 8,7 Sekunden auf Simon Fourcade in die Schlussrunde gegangen war.