«Ich bin glücklich und erleichtert, denn mein Fuß machte enorme Probleme. Selbst die Spritzen halfen nicht richtig, das hatte mit Leistungssport wenig zu tun», sagte der Olympia-Zweite von Vancouver, der sich trotz Startnummer zehn mit einer Hundertstelsekunde vor dem Oberhofer Maximilian Arndt an die Spitze katapultierte. Für Arndt, der mit Marko Hübenbecker als Weltcup-Debütant ebenfalls eine tadellose Fuhre hinlegte, war es die erste internationale Medaille.

«Die Jungs haben einen Riesenjob gemacht bei den schwierigen Witterungsbedingungen», sagte Cheftrainer Christoph Langen, der zudem einen achten Platz von Manuel Machata (Potsdam) verbuchte. Glücklich war auch der Thüringer Arndt, der bislang nur im großen Schlitten überzeugen konnte: «Mir ist außer einem kleinen Fehler in Kurve neun ein echt guter Lauf gelungen und ich bin natürlich happy über Platz zwei.»

Zuvor hatte Anja Huber im Skeleton die Goldspur gelegt. Die Berchtesgadenerin setzte sich im Alles-oder-Nichts-Lauf mit zehn Hundertstelsekunden Vorsprung gegen die Winterbergerin Katharina Heinz durch, nachdem der erste Durchgang wegen Schneefalls annulliert worden war. Dritte wurde die Britin Shelley Rudman vor der Oberhofer Weltmeisterin Marion Thees, die nach dem ersten Lauf noch auf Rang drei gelegen hatte.

Vor den Wettbewerben entbrannte eine Sicherheitsdebatte, nachdem Kanadas Bobteam einen Startverzicht beim Weltcup erklärt hatte. «Das ist eine anspruchsvolle Bahn mit einer großen Geschichte hinsichtlich der Stürze. Ich trage die Hauptverantwortung für die Gesundheit meiner Athleten und fühle mich nicht sicher, sie auf diese Bahn zu schicken. Daher ziehe ich unser Team zurück», teilte Kanadas Teamchef Tom de La Hunty auf der Homepage seines Verbandes vor den Samstags-Rennen mit, nachdem sein Viererbob-Pilot Chris Spring am Donnerstag beim Training schwer gestürzt war.

Bereits bei der Frauenbob-Entscheidung am Freitag trat Olympiasiegerin Kaillie Humphries, vor zwei Jahren noch siegreich auf dieser Bahn, nicht an. Den indirekten Vorwurf, die Bahn sei nicht sicher, wies Rainer M. Jacobus, Vizepräsident des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD), am Samstag vehement zurück. «Stürze passieren auf jeder Bahn. Dieser Unfall basierte auf einem klaren Fahrfehler. Die Bahn ist sicher wie ein Kinderpopo. Doch ohne systematisches Training kann man diese anspruchsvolle Strecke nicht fahren», meinte Jacobus, der selbst noch eine Bobpilotenlizenz hat.