Am zweiten Tag der Eisschnelllauf-Europameisterschaften in Budapest stürzte die fünfmalige Olympiasiegerin nach einem schlechten 1500-Meter-Rennen in 2:08,72 Minuten auf Platz vier der Gesamtwertung ab und muss nun über 5000 Meter am Sonntag auf Verfolgungsjagd gehen.

«Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass die 1500 Meter nicht meine Lieblingsstrecke sind. Und bei diesen Bedingungen war das eher eine Lotterie», erklärte die 39-jährige Berlinerin. Bundestrainer Stephan Gneupel wollte hingegen nicht nur die äußeren Bedingungen für den Einbruch mit Platz zehn auf der Mittelstrecke verantwortlich machen. «Im Duell mit der Niederländerin Ireen Wüst haben sich beide aufgerieben, wollten alles über den Kampf erreichen und sind dabei verkrampft», so die Analyse des Erfurters.

Die große Gewinnerin des Tages war Titelverteidigerin Martina Sablikova aus Tschechien, die mit einem deutlichen Streckensieg in 2:03,64 Minuten die Spitze im Klassement übernahm und nun mit 4,11 Sekunden Vorsprung ihrem vierten EM-Titel entgegenstrebt. «Martina wird gewinnen und ich kämpfe noch um Platz zwei», gab sich Claudia Pechstein kämpferisch. Auf Platz zwei rangiert Olympiasiegerin Ireen Wüst und verfügt über 7,66 Sekunden Vorsprung vor Pechstein.

«Die 5000 Meter werden ein ganz anderes Rennen. Ich bin überzeugt, dass Claudia noch auf Platz zwei laufen wird», gab sich Gneupel zuversichtlich. Dazu muss die dreimalige Europameisterin aber auch noch 2,72 Sekunden auf die drittplatzierte Russin Julia Skokowa gutmachen, um sich zumindest noch Bronze zu sichern. «Ich habe gesagt, ich will eine Medaille. Noch ist eine Strecke offen. Und das ist meine Spezialstrecke. Ich habe also gute Chancen, es zu schaffen», meinte Pechstein, die auf Sablikova allein auf der letzten Runde drei Sekunden verlor.

Glücklich war Isabell Ost aus Berlin, die nach drei Strecken zwar nur Platz 14 belegt, aber aufgrund ihres 6. Platzes über 3000 Meter für das Finale der besten zwölf Läuferinnen am Sonntag qualifiziert ist. Für Bente Kraus (Berlin/Platz 20) sind die Titelkämpfe vorzeitig beendet.

In der Herren-Konkurrenz hat Sven Kramer mit einem Streckensieg über 5000 Meter die Chance auf den Gewinn seines fünften EM-Titels gewahrt. Der Olympiasieger aus den Niederlanden, der zwischen 2007 und 2010 viermal in Serie EM-Gold holte und im Vorjahr verletzungsbedingt pausierte, dominierte in 6:31,82 Minuten die Konkurrenz nach Belieben und schob sich in der Gesamtwertung hinter seinem Landsmann Jan Blokhuijsen auf Platz zwei.

Patrick Beckert belegte in 6:45,22 Minuten den elften Platz und rangiert im Klassement nach zwei Strecken an der selben Position. Damit darf der Erfurter auf den Einzug ins Finale der besten Zwölf hoffen. Der deutsche Rekordhalter Moritz Geisreiter aus Inzell wurde in 6:46,46 Zwölfter und liegt in der Gesamtwertung auf Platz 19.