Uruguays Torjäger Luis Suarez hat seine Beißattacke im WM-Spiel gegen Italien heruntergespielt, Rufe nach Konsequenzen für den Übeltäter werden aber schon laut. "Das passiert im Spiel und auf dem Platz", sagte der 27-Jährige dem uruguayischen Fernsehsender "Canal 10" am Dienstag (Ortszeit) nach dem 1:0-Sieg in Natal. "Wir sind Fußballspieler, wir wissen, was auf dem Platz passiert, man sollte dem keine Bedeutung beimessen."
Gar so einfach wird es für den Wiederholungstäter aber wohl nicht. Der Fußball-Weltverband FIFA hat eine Untersuchung des Falls angekündigt. "Es gibt keinen Zweifel, dass die FIFA diesen Vorfall sehr ernst nehmen muss und jegliche Aktion unternimmt, die als notwendig erachtet wird", sagte FIFA-Vizepräsident Jim Boyce. "Luis Suárez ist ein fantastischer Fußballer, aber wieder einmal haben seine Aktionen schwere Kritik zugelassen." Suárez hatte offenbar dem Italiener Giorgio Chillini kurz vor dem Führungstor der Südamerikaner in die Schulter gebissen.

Bei Italien verkündete Cesare Prandelli nach dem Vorrunden-Aus seinen Rücktritt als Nationaltrainer. "Ich übernehme die Verantwortung. Etwas hat sich verändert, seit ich meinen Vertrag verlängert habe. Ich weiß nicht warum. Es hat nicht funktioniert. Mein Rücktritt ist unwiderruflich", sagte Prandelli. Neben Prandelli kündigte auch Italiens Verbandspräsident Giancarlo Abete seinen Rückzug an. Die Entscheidung sei bereits vor der WM gefallen. "Wenn wir zurück sind, werde ich eine Verbandssitzung einberufen. Ich hoffe, dass Cesare seine Entscheidung zurücknimmt", sagte Abete.

Auch Sabri Lamouchi wird nach dem Vorrunden-Aus der Elfenbeinküste durch das 1:2 (0:1) gegen Griechenland nicht mehr Nationaltrainer der Ivorer sein. Der Vertrag laufe aus. Es sei logisch, dass seine Zeit ende. In Griechenland wurde indes der Achtelfinal-Einzug gefeiert.

Das wollen die Schweizer auch. Sonst droht Ottmar Hitzfeld das traurige Ende einer großen Trainerlaufbahn. Im Finale der Gruppe E am Mittwoch (22.00 Uhr/ARD) benötigt der Schweizer Nationalcoach mit seinem Team voraussichtlich fremde Hilfe. Denn aus eigener Kraft könnten die Eidgenossen (3 Punkte) nur bei einem Sieg mit sechs Toren über Honduras das Vorrunden-Aus abwenden. Allerdings könnte die Elf von Hitzfeld, der nach der WM in den Ruhestand geht, sogar bei einer Niederlage weiterkommen, wenn Ecuador (3) in Rio klar gegen den Tabellenführer Frankreich (6) verliert.

Nicht minder verzwickt ist die Ausgangslage in der Gruppe F. Selbst ein WM-Novum ist nicht ausgeschlossen. Gewinnt der Iran (1) mit einem Tor Vorsprung in Salvador gegen den Tabellenletzten Bosnien-Herzegowina (0) und verliert Nigeria (4) mit dem gleichen Resultat in Porto Alegre gegen das bereits für das Achtelfinale qualifizierte Argentinien (6), muss das Los zwischen beiden Teams entscheiden.

Deutschland ist indes nach Recife aufgebrochen, wo am Donnerstag das Duell mit den USA stattfindet. Alle 23 Spieler seien fit, sagte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff. dpa