Damit erlitten die diesmal zu harmlosen Kiezkicker einen nicht eingeplanten Rückschlag im Aufstiegskampf. Vor 24.770 Zuschauern im ausverkauften Ostseestadion, in dem nur aus Sicherheitsgründen in dem Hochrisikospiel einige Plätze freigelassen wurden, erzielte Nico Neidhart (59. Minute) den Treffer zum ersten Hansa-Heimsieg über den Kiezclub seit 2008. Während dieser nach zehn Punkten aus vier Partien erstmals wieder verlor, feierte Hansa den vierten Dreier in Serie und dürfte aller Abstiegssorgen ledig sein.

Da die befürchteten Ausschreitungen der rivalisierenden Fangruppen vor dem Anpfiff ausblieben, konnte es sportlich losgehen. Und wie: Nach drei Minuten lag der Ball im St. Pauli-Tor, doch da John Verhoek bei seiner Balleroberung gefoult hatte, wurde Simon Rheins Tor per Videobeweis einkassiert. In der ebenso brisanten wie hochemotional geführten Partie schenkten sich beide Teams nichts. St. Pauli hatte mehr Ballbesitz, Hansa die besseren Chancen. Torhüter Nikola Vasilj (10./16./40.) verhinderte reaktionsschnell die Führung der kompakten Hausherren, die den Hamburgern einen offenen Fight lieferten.

Nach dem Wechsel übernahmen die Hausherren mehr und mehr das Kommando und wurden belohnt, als nach Calogero Rizzutos Flanke Neidhart aus spitzem Winkel vollstreckte. Eine verdiente Führung, weil die Gäste nicht zu ihrem Spiel fanden. Leart Paqarada sorgte per Freistoß immerhin mal wieder für echte Torgefahr (74.). Hansa verteidigte stark und überstand St. Paulis Endspurt.