Begleitet von vielen Solidaritätsaktionen für die ukrainische Bevölkerung wurde in der Bundesliga Fußball gespielt. Der FC Bayern München machte einen weiteren großen Schritt Richtung Meisterschaft, Borussia Dortmund steht am Sonntag unter noch größerem Druck.

Solidarität: In allen Stadien wurde vor dem jeweiligen Anpfiff für eine Minute geschwiegen. Die Bestürzung über den Krieg nach der Invasion Russlands in die Ukraine hat auch die Bundesliga erfasst. In den Fanblöcken waren Fahnen in den ukrainischen Nationalfarben Blau und Gelb zu sehen, Bayerns Weltfußballer Robert Lewandowski lief mit einer Kapitänsbinde in diesen Farben auf. «STOP WAR. WIR GEGEN KRIEG», stand auf einem Banner, das im Stadion der SpVgg Greuther Fürth von den Spielern in die Höhe gehalten wurde.

Erster: Die Bayern brauchten lange, um den Sieg bei Eintracht Frankfurt zu sichern. Erst Joker Leroy Sané (71.) traf zum 1:0-Endstand. Zufrieden waren die Münchner freilich dennoch. «Ein guter Schritt» sei der Auftritt gewesen, sagte Trainer Julian Nagelsmann. Der starke Joshua Kimmich äußerte: «Die Art und Weise heute hat gepasst.» Zur Meisterschaft sei es aber noch «ein langer Weg. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen.» Zumal Verfolger Dortmund im Gegensatz zum Rekordmeister frei von der Belastung durch Europapokalspiele sei.

Dritter: Nach dem zweitbesten Jahresstart der Vereinsgeschichte waren sie bei Bayer Leverkusen ziemlich zufrieden. Wäre ein Saisonabschluss ohne die Qualifikation für die Champions League eine Enttäuschung? «Definitiv. Wir sollten uns nicht auf das Ende fokussieren, sondern auf jedes Spiel und dabei die Punkte sammeln. Am Ende wollen wir in die Champions-League», sagte Abwehrspieler Jonathan Tah nach dem 3:0 des Tabellendritten gegen Arminia Bielefeld. Es folgen nun innerhalb von zwölf Tagen das Derby gegen den 1. FC Köln und die beiden Achtelfinalspiele in der Europa League bei und gegen Atalanta Bergamo.

Ärger: Unzufrieden waren nach diesem 2:2 sowohl die Spieler von Borussia Mönchengladbach als auch die des VfL Wolfsburg. VfL-Neuzugang Max Kruse schimpfte über einen nicht gegebenen Elfmeter. «Ich weiß nicht, was die da im Keller machen», sagte der 33-Jährige bei Sky und meinte die Videoassistenten. Den Gladbachern wurde der vermeintliche Siegtreffer in der Nachspielzeit nicht anerkannt. «Ich muss der Mannschaft ein Kompliment machen, wie sie das alles weggesteckt hat. Sie hat sich gegen alle Widerstände gewehrt», sagte Borussias Trainer Adi Hütter dennoch.

Durchhalten: Wieder einmal verschwanden die Profis von Hertha BSC nach einem Bundesliga-Spiel als Verlierer in der Kabine. «Das Ergebnis ist brutal», sagte Sport-Geschäftsführer Fredi Bobic bei Sky nach dem 0:3 beim SC Freiburg. Am Sonntag könnten die Berliner auf den Abstiegsrelegationsplatz abrutschen. Die Entscheidung in Freiburg war erst spät gefallen - der Sport-Club profitierte von zwei späten Toren und ist auf Champions-League-Kurs. «Die Einwechselspieler haben uns zum Ende hin nochmal geholfen», sagte Maximilian Eggestein.

Komplex: Es geht auch ohne Max Kruse. Diese Erkenntnis dürfte bei den Fans von Union Berlin für Erleichterung gesorgt haben. Nach drei Spielen ohne Tor ohne den zum VfL Wolfsburg abgewanderten Stürmer erzielten die Berliner beim 3:1 gegen den FSV Mainz 05 gleich drei Treffer. «Effizienz, so ist manchmal Fußball. In den letzten Spielen hatten wir viele Chancen, erzielen aber keine Tore. Dafür waren wir heute sehr effizient», sagte Trainer Urs Fischer bei Sky. Das Pokal-Viertelfinale am Dienstag gegen Zweitligist 1. FC St. Pauli kann kommen.

Remis: Dieses 1:1 half keinem Club weiter. Die SpVgg Greuther Fürth kam dem Relegationsplatz nicht viel näher, der 1. FC Köln verpasste den Sprung auf Platz sechs. Unzufrieden wollte FC-Trainer Steffen Baumgart aber nicht wirken. «Es war wie erwartet sehr eng und sehr umkämpft. Am Ende geht das Ergebnis für beide in Ordnung», sagte er bei Sky. «Beide haben alles rausgehauen und am Ende ist es ein Remis geworden. Wir wünschen uns immer mehr, aber heute war nicht mehr drin.»

Verletzte: Die Sorgen von Borussia Dortmund werden größer. Nach dem Aus in der Zwischenrunde der Europa League fehlen dem BVB an diesem Sonntag (17.30/DAZN) in der Partie beim FC Augsburg auch Kapitän Marco Reus und Rechtsverteidiger Thomas Meunier angeschlagen. Und Torjägerstar Erling Haaland kehrt auch noch nicht zurück. «Das ist eine diffuse Geschichte, es kann schon noch ein paar Tage dauern», sagte Trainer Marco Rose über die Verletzung des Norwegers.

Am Sonntagnachmittag (15.30 Uhr/DAZN) hat RB Leipzig die Chance, mit einem Sieg beim VfL Bochum auf einen Champions-League-Platz zurückzukehren. Die Leipziger hatten am Donnerstag in der Europa League mit einem 3:1 bei Real Sociedad San Sebastián das Achtelfinale erreicht.