Die Basketballer vom Bosporus schlugen am späten Freitagabend Labora Kutxa Vitoria mit 88:77 (41:40, 72:72) und spielen am Sonntagabend (18 Uhr) das Finale um die Krone des europäischen Vereinsbasketballs gegen ZSKA Moskau. Damit stehen die wohl beiden besten Teams im Finale in Berlin.


Istanbul mit 13:0-Start

Ähnlich wie das erste Halbfinale verlief auch der Beginn des zweite zwischen Fenerbahce Istanbul und Labora Kutxa Vitoria. In der vollen Berliner Arena am Ostbahnhof legte Istanbul einen Blitzstart hin (13:0). Erst nach über drei Minuten trafen die von rund 1000 Fans prächtig unterstützten Basken erstmals. Die Dezibel-Hoheit in der Arena hatten aber eindeutig die türkischen Fans in ihren gelb-blauen Trikots.


Perasovic' Auszeit fruchtet

Nachdem Vitoria-Trainer Velimir Persasovic seine Mannen neu eingenordet hatte, kamen sie bis auf zwei Zähler heran (15:13), doch Fenerbahce konterte. Der nach seiner Achillessehnenverletzung wieder genesene Jan Vesely stopfte zweimal spektakulär nach Alley-oop-Anspielen. Istanbul führte zum Viertelende wieder mit acht Zählern (23:15) und behauptete den Vorsprung auch bis in die 17. Min. (35:27). Der griechische Koloss Ioannis Bourousis und Darius Adams (je 11 Punkte) brachten den Außenseiter bis zum Seitenwechsel wieder heran (41:40). Vor allem in der Defensive zwangen das Perasovic-Team die "Gelb-Blauen" zu Ballverlusten.


Hanga bringt Vitoria erstmals in Führung

Als Adam Hanga die Basken zu Beginn der zweiten Hälfte erstmals in Führung gebracht hatte, tobte der Anhang. Beide Mannschaften lieferten sich jetzt einen offenen Schlagabtausch auf hohem Niveau, das die Fans auf beiden Seiten mitriss. Darius Adams warf Vitoria mit vier Punkten (50:54) in Führung. Nach einer Auszeit von Trainer-Legende Zeljko Obradovic konterten Vesely und Luigi Datome zum 55:54, ehe Bourousis mit einem Dreier über Brett in der Schlusssekunde des dritten Viertels sein Team wieder ins Front schoss. "MVP, MVP", skandierten die Fans in rot.


Bourousis spielt groß aus

Der Grieche ließ zum Start in die letzten zehn Minuten gleich weiter fünf Punkte zum 62:55 folgen.
Die Türken rührten nun Beton an, und vorne verkürzte Vesely mit schwierigen Würfen auf einen Zähler (65:66).
Die Spannung wurde greifbar. Emotionen auf dem Spielfeld und den Rängen. So ging es in die Schlussminuten mit Vorteil Vitoria (68:65). Die Türken spielten freie Würfe heraus, trafen aber nicht. Kim Tillie behielt für die Basken an der Freiwurflinie die Nerven - 70:65. Kostas Sloukas antwortete für Fenerbahce. Bourousis, der im Low Post nun gedoppelt wurde, traf von der Linie nur einen. Datome brachte die Spannung mit seinem Dreier zum 71:70 auf den Siedepunkt. Adams traf nur einen Freiwurf auf der Gegenseite, und Sloukas glich per Korbleger für die "Blau-Gelben" 25,7 Sekunden vor Schluss zum 72:72 aus.


Obradovic lässt zur Verlängerung verteidigen

Was machte der Favorit - foulen oder verteidigen? Obradovic ließ verteidigen - Adams verwarf. Beim Rebound beging Tillie noch ein Foul, doch Vitoria hatte die Teamfoulgrenze noch nicht erreicht. Istanbul hatte bei 0,6 Sekunden noch die Chance auf den Sieg, doch Bobby Dixons Versuch ging klar daneben - Verlängerung!


Bogdanovic der Matchwinner in der Overtime

Nach etlichen Fahrkarten zuvor startete der 23 Jahre junge Bogdan Bogdanovic die Overtime mit einem Dreier und zwei Freiwürfen für Fenerbahce. Zwei Zähler von Ekpe Udoh, die die Refeeres trotz abgelaufener 24-Sekunden-Uhr zählen ließen, brachten das 79:74 für Istanbul. Bourousis ließ zwei Freiwürfe liegen. Bogdanovic legte per Korbleger zum 81:74 nach. Die türkischen Festspiele auf den Rängen konnten spätestens nach zwei Freiwürfen von Sloukas zum 83:74 zwei Minuten vor dem Ende beginnen. Den Vorsprung ließen sich die Istanbuler nicht mehr nehmen. Sloukas machte mit seinem Dreier zum 88:77 den Deckel für Fenerbahce drauf. Bogdanovic erzielte in der Verlängerung neun seiner 18 Punkte und war damit Matchwinner für Istanbul.