Zunächst wurde Trainer Markus von Ahlen nach gerade einmal 14 Spielen entlassen. Sein Nachfolger sollte "bis auf Weiteres" der bisherige U-21-Trainer Torsten Fröhling werden. Wenige Stunden später erklärte Sport-Geschäftsführer Gerhard Poschner: "Torsten ist unser Trainer und wir sind überzeugt, dass wir bis zum Ende dieser Saison diese Situation meistern werden."

Die Entscheidung, mit dem 48-Jährigen die restliche Spielzeit zu bestreiten, kam für viele überraschend. Immerhin wurden auch Mike Büskens, Michael Frontzeck oder Uwe Neuhaus als Nachfolger von Ahlens gehandelt. Sportchef Poschner gab zu, auch mit anderen Trainern gesprochen zu haben: "Es ist legitim, sich alle Optionen offen zu halten."

Fröhling ist egal, ob es noch andere Kandidaten gab. "Die erste Wahl ist immer der, der es geworden ist", gibt sich der neue Trainer selbstsicher.
Poschner sagte über Fröhling, dass dieser ein fußballverrückter Typ sei, der die Ärmel hochkrempeln und positive Energie erzeugen könne. Der Sportchef betonte, dass er allein über den neuen Trainer entschieden habe. Der jordanische Geldgeber Hasan Ismaik sowie Präsident Gerhard Mayrhofer wissen aber Bescheid. Über mögliche eigene Konsequenzen im Falle eines Abstiegs wollte Poschner nicht sprechen. "Wir reden zu viel über Personalien - es geht nur um den Verein."

Und der steht als Tabellen-16. vor dem Absturz in die dritte Liga. Das Debüt gegen den FC St. Pauli (Samstag, 13 Uhr) ist für Fröhling zugleich ein besonderes. Sechs Jahre lang spielte er bei dem Hamburger Kultverein, kickt aktuell sogar in dessen Traditionsmannschaft. Drei Tage hat er nur Zeit, um seine Mannschaft auf das Abstiegsduell richtig vorzubereiten.

In Einzelgesprächen möchte er seinen Spielern Mut geben. In einer kämpferischen Ansprache sagte Fröhling, was er von den Profis erwartet: Leidenschaft, Disziplin, die Fans zurückgewinnen, einfach Fußball spielen und sich unterordnen. Wer das nicht könne, "der bekommt Probleme mit mir". Empfindliche Geldstrafen und ein Platz auf der Tribüne seien mögliche Konsequenzen. Denn verlieren liegt dem Familienvater aus der Nähe Rostocks nicht.