In der Halbzeit gab Marco Baldi noch den Mahner. ALBA sei weiter kein Spitzenteam, sagte der Geschäftsführer des Berliner Basketball-Bundesligisten, obwohl seine Mannschaft auch beim Sieg gegen ratiopharm Ulm nach zwei Vierteln bereits wieder mit zwölf Punkten führte (48:36). "Uns hört zwar eh keiner zu, aber man darf nicht vergessen, was für einen Umbruch wir im Sommer vollzogen haben", betonte Baldi.

In der Tat haben die Berliner ihren Kader vor der Saison komplett umgekrempelt, der einstige Serienmeister musste erkennen, dass er angesichts der Anstrengungen von Bayern München finanziell längst nicht mehr die Nummer eins im Land ist. Doch nach einem Moment der Schockstarre krempelten die ALBA-Verantwortlichen die Ärmel hoch und stellten wieder ein Team zusammen, das höchsten Ansprüchen genügt.

"ALBA war heute in allen Bereichen besser", lobte Ulms Trainer Thorsten Leibenath die Berliner am Samstagabend nach der klaren 74:102-Niederlage seines ersatzgeschwächten Teams in der 02 World. Der Pokalsieger entschied damit auch das zweite Topspiel in Serie für sich, nachdem in der vergangenen Woche bereits das prestigeträchtige Duell mit den Bayern klar gewonnen worden war. "Ich bin sehr zufrieden damit, wie mein Team gespielt hat", lobte selbst der sonst stets kritische Berliner Trainer Sasa Obradovic, der mit ALBA daheim in dieser Spielzeit noch ungeschlagen ist.

Und auch Baldi konnte sich nach der Machtdemonstration im zweiten Durchgang entspannt zurücklehnen und vor allem genießen, was Point Guard David Logan aufs Parkett zauberte. Mit dem Amerikaner haben die Hauptstädter einen absoluten Glücksgriff getan, gegen Ulm war der Aufbauspieler mit 24 Punkten wieder einmal bester Werfer. Zusammen mit Reggie Redding (17) wirbelte Logan die Ulmer ein ums andere Mal durcheinander. "Ich habe in der BBL selten zwei Spieler gesehen, die so gut zusammengespielt haben", sagte Ulms Nationalspieler Per Günther im TV-Sender Sport 1.

Mit dem fünften Saisonsieg im siebten Spiel stellte ALBA endgültig den Anschluss an die Tabellenspitze her. Center Jonas Wohlfarth-Bottermann blickte deshalb auch zuversichtlich in die Zukunft. "Ich denke, wir brauchen uns vor niemandem zu verstecken. Und wer weiß, was dann am Ende der Saison dabei herausspringt", sagte der Neuzugang von den Telekom Baskets Bonn keck. Am Mittwoch wollen die Berliner im dritten Duell dieser Saison mit den Rheinländern einen Schritt Richtung Eurocup-Zwischenrunde machen.

In der Liga sind noch die EWE Baskets Oldenburg erster Verfolger von Spitzenreiter Bayern München, der am Sonntag gegen Tübingen leicht und locker mit 105:68 gewann. Vizemeister Oldenburg siegte bei den krisengeschüttelten s.Oliver Baskets Würzburg mit 79:60. Einen Rückschlag gab es dagegen für die Artland Dragons. Die Niedersachsen verloren bei den Fraport Skyliners Frankfurt mit 74:89. Titelverteidiger Bamberg stoppte den Höhenflug der Telekom Baskets Bonn und gewann bei den Rheinländern klar mit 83:69. dpa