Endlich! So jubeln die einen, die von sommerlicher Hitze gar nicht genug bekommen können. Bitte nicht! So stöhnen die anderen, die auch mit 25 Grad zufrieden wären. Wer sich fragt, wie man gut durch die angekündigte Hitzewelle kommt, findet im Folgenden ein paar Tipps. Was und wie viel sollte man an heißen Tagen trinken? Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung und die Verbraucherzentrale Bayern empfehlen, grundsätzlich 1,5 bis zwei Liter täglich zu trinken und bei Hitze die doppelte Menge.

Am besten startet man morgens mit einem großen Glas Leitungswasser, um das nächtliche Schwitzen auszugleichen. Dann über den Tag verteilt und regelmäßig trinken, weil die Flüssigkeit nicht bevorratet werden kann.

Geeignet sind Wasser, Saftschorlen und Tees. Zuckergesüßte Erfrischungsgetränke und Kaffeegetränke aus dem Kühlregal sowie Trendgetränke wie Bubble Tea sind mit ihrem hohen Zucker- und geringen Nährstoffgehalt keine empfehlenswerten Durstlöscher. Kaffee, Schwarztee und Alkohol sollte man nur in geringen Mengen trinken.

Die Getränke sollten nicht zu heiß sein, das verstärkt das Schwitzen. Auch zu kalt ist ungünstig, denn das gibt dem Körper das Signal, mehr Wärme zu erzeugen.

Das Landesamt für Gesundheit in Erlangen warnt davor, es beim Trinken zu übertreiben: Zu viel Flüssigkeit schadet dem Körper. Was bedeutet die Hitze für ältere Menschen? Senioren können das Schwitzen schlechter ausgleichen als jüngere Menschen. Die Folge sind Flüssigkeits- und Salzmangel. Auch bestimmte Medikamente können sich negativ auswirken. Wichtig für Senioren und betreuende Angehörige ist es, Warnsignale des Körpers zu beachten. Der Malteser-Hilfsdienst hat folgenden Tipp: "Wenn Sie die Haut auf dem Unterarm zusammenkneifen und diese dann nicht gleich wieder zurückweicht, kann das ebenso ein Zeichen für Flüssigkeitsmangel sein wie Furchen auf der Zunge oder eine steigende Körpertemperatur. Therapie: mehr trinken. Wie verhält man sich am besten bei Hitze? Das Landesamt für Gesundheit hat folgende Tipps:

• Auf bequeme und luftige Kleidung achten.

• In der Sonne immer eine Kopfbedeckung tragen.

• Wenn möglich, eine Mittagsruhe halten.

• Mit leichter Bettwäsche schlafen, wenigen Kissen und nur einem Laken als Zudecke.

• Körperliche Anstrengungen vermeiden.

• Auf Kosmetika und Parfum verzichten, da diese in Verbindung mit Sonne zu Pigmentschäden führen können. Was hilft im Haus gegen die Hitze? Zwischen Abend und frühem Morgen mehrere Stunden lüften, mit weit geöffneten Fenstern und so lange, wie die Temperatur draußen kälter ist als drinnen. Tagsüber Fenster und Türen schließen, damit die warme Luft gar nicht erst in die Wohnräume kommt. Die Gardinen zugezogen lassen, wobei diese ohnehin kaum Hitzeschutz bieten.

Auch elektrische Geräte wie Lampen, Kühlschränke, Fernseher und Computer im Dauerbetrieb produzieren Wärme. Bei ungenutzten Geräten sollte man deshalb den Stecker ziehen und nicht nur in den Stand-by-Modus gehen.

Außerdem ist es sinnvoll, im Sommer die Heizung komplett abzuschalten oder den Sommerbetrieb einzustellen. Wird diese auch für Warmwasser genutzt, kann eine zusätzliche Steuerung für die Warmwasserzirkulation sinnvoll sein.

Wird es dem Mieter zu heiß, kann er nicht einfach die Miete mindern. "Das Mietminderungsrecht gilt nicht uneingeschränkt, sondern nur, wenn die Wohnung längere Zeit über 26 Grad erreicht und die Wohnung nicht die zu ihrer Bauzeit geltenden Baubestimmungen erfüllt", erklärt der Bamberger Rechtsanwalt Thomas Brändlein. Vermieter müssen für einen Wärmeschutz sorgen. Mieter können aber nicht auf eine bestimmte Maßnahme wie eine Markise bestehen. Wo bringt man am besten einen Sonnenschutz an? Außen. So gelangen Sonnenstrahlen und Wärme abgeschwächt in die Räume. Geeignet sind Markisen, Sonnensegel, Rollläden oder Raffstores sowie eingeschränkt Sonnenschutzfolien. Mieter müssen vor der Montage den Vermieter um Erlaubnis fragen.

Wer den Sonnenschutz nur innen anbringen kann, kauft am besten Systeme mit weißen oder reflektierenden Oberflächen mit geringer Transparenz. Geeignet sind Plissees, Lamellen und Faltstores. Je höher die Reflexion, desto besser der Schutz gegen Überhitzung. Ihre Wirksamkeit ist jedoch laut Verbraucherzentrale beschränkt und weniger effektiv als außenliegender Sonnenschutz.

Ein klein wenig Abhilfe schafft auch ein weißes Tuch, das außen vor das Fenster gehängt wird. Wie effektiv sind Ventilatoren und Klimageräte? Die Verbraucherzentrale stuft Ventilatoren als effektiv ein. Sie reichen für eine angenehme Abkühlung meist aus, da sich bewegte Luft kühler anfühlt als stehende Luft. Ventilatoren seien billiger als Klimageräte und verbrauchen weniger Strom.

Klimageräte dagegen verbrauchen viel Energie und lohnen sich bei durchschnittlich 20 Hitzetagen im Jahr nur selten. Technisch wird zwischen Monoblöcken (kompakte Anlagen für Innenräume aus Bau- oder Elektrofachmarkt mit Schlauch im Fenster, etwa 1000 Euro) und Split-Klimageräten mit außen angebrachtem Kompressor unterschieden.

Letztere können nur von Handwerkern eingebaut werden (bei Mietwohnungen nur mit Erlaubnis des Vermieters) und kosten laut Stiftung Warentest bis zu 2800 Euro. Die Stiftung testet regelmäßig Klimaanlagen und weist ebenso wie die Verbraucherzentrale darauf hin, dass Klimageräte häufig weniger kühlen als erwartet, laut sind und hohe Stromkosten verursachen. Was tun mit Handys, Notebooks und Tablets? Nicht der prallen Sonne aussetzen und auch zu Hause bedenken, dass die Sonne wandert. Im Freien lässt man das Handy in der Tasche oder deckt es im Freibad mit einem Handtuch ab. Keine Geräte im heißen Auto lassen - hinter der Windschutzscheibe kann es so heiß werden, dass das Navi schmilzt! Haben Geräte doch zu viel Sonne erwischt, ausschalten und bei Raumtemperatur abkühlen lassen. Nicht in den Kühlschrank legen! Hilft eine kalte Dusche gegen Hitze? Kaltes Wasser führt dazu, dass sich die Gefäße zusammenziehen. Das steigert die Durchblutung und wirkt somit kontraproduktiv. Besser ist lauwarmes Wasser, damit sich der Körper ohne eine Gegenreaktion zu entwickeln leicht abkühlt. Ebenfalls könnte man sich in die Badewanne mit lauwarmem Wasser legen und langsam solange kaltes Wasser nachlaufen lassen, bis es unangenehm kühl wird. Dann steigt man aus der Wanne. Mit dieser Methode wird dem Körper langsam Wärme entzogen, ohne dass er gegenreguliert und wieder anfängt zu schwitzen.