Washington
Galaxie

Gezeitenkatastrophe: Schwarzes Loch zerreißt Stern

Ein Durchbruch in der Geschichte der Astronomie? Forscher konnten erstmals festhalten, wie ein Schwarzes Loch einen anderen Stern verschling.
Vor Kurzem konnten Wissenschaftler ein sogenannte Gezeitenkatastrophe detailliert beobachten. Symbolbild: Event Horizon Telescope (EHT)/dpa

Schwarze Löcher gehören zu den größten Geheimnissen unseres Universums. Die Funktionsweisen und Fähigkeiten eines Schwarzen Lochs übersteigen die Vorstellungskräfte der meisten Menschen und vielleicht sind sie gerade deswegen so faszinierend für uns.

 

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Nachdem dieses Jahr zum ersten Mal das Bild eines schwarzen Lochs veröffentlicht wurde, konnten Wissenschaftler nun eine weitere Prämiere feiern: Mit Hilfe eines Weltraumteleskops war es erstmalig möglich ein schwarzes Loch detailliert dabei zu beobachten, wie es einen ganzen Stern zerrissen hat.

Schwarzes Loch verschluckt Stern - sichtbar dank Weltraumteleskop

Aufgrund seiner gigantischen Masse besitzen schwarze Löcher eine unvorstellbar große Anziehungskraft, durch die ganze Planeten und Sterne angezogen werden. Die Körper kreisen dann auf den Außenbahnen des Lochs immer weiter auf dessen Zentrum zu, bis sie letztendlich im Mittelpunkt regelrecht "zerrissen" werden. Wird dadurch ein Stern "zerrissen", so bezeichnet man den Vorgang als Gezeitenkatastrophe, auch "tidal disruption event" genannt.

Einer Pressemitteilung der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA zufolge war es einigen Wissenschaftlern nun möglich gewesen dieses Phänomen genauer unter die Lupe zu nehmen.

Unter der Zuhilfenahme eines speziellen Weltraumteleskops, konnten die Raumforscher eine Gezeitenkatastrophe beobachten und währendessen detaillierte Aufnahmen und Werte des Ereignisses abspeichern. Die so erlangten Daten seien "unfassbar hilfreich, um ein physikalisches Modell dieses Ausbruchs zu erstellen", erklärte der Astronom Thomas Holoien vom kalifornischen Carnegie-Obervatorium in der Pressemitteilung.

 

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Gezeitenkatastrophen treten nur alle 10.000 bis 100.000 Jahre auf

Experten zufolge kommt es nur alle 10.000 bis 100.000 Jahre in einer Galaxie zu einer Gezeitenkatastrophe. Bisher war es Wissenschaftlern möglich gewesen 40 solcher Katastrophen aufzuzeichnen, allerdings noch nie in einer solchen Deutlichkeit, wie dieses Mal. Die detaillierten Aufnahmen geben genaue Auskunft über Lichtintensität und Temperaturen während des Vorgangs.