Der frühere Abschluss M.A. wurde von den Studierenden scherzhaft mit „Macht alles“ gleichgesetzt. Im Zuge der Studienreform ist der Magister Artium zwar durch den Bachelor ersetzt worden, aber das Problem bleibt bestehen. Auch bei dieser Qualifikation stellt sich die Frage, wie und zu welchem Beruf sie letztlich führen kann. Der taxifahrende Philosoph oder der ewige Praktikant sind leider nicht nur Klischees, sondern häufig bittere Realität. Das gilt besonders, wenn „ins Blaue hineinstudiert“ und wenig Wert auf studienbegleitende Zusatzqualifikationen gelegt wird.
 
Geisteswissenschaftler sind gefragt
 
Am Arbeitsmarkt besteht durchaus Nachfrage nach den allgemeinen Fähigkeiten, die Geisteswissenschafler im Studium erwerben. Flexibilität, ein schnelles Auffassungsvermögen, das Verstehen komplexer Zusammenhänge und Kommunikationsfähigkeit sind in vielen Berufen gefragt. Dazu kommen Soft Skills wie Teamfähigkeit oder Empathie. Der kostenlose Leitfaden „Bachelor, und dann?“ beschreibt auf über 50 Seiten die wichtigsten Berufsfelder für Geisteswissenschaftler und liefert Tipps für die praxisnahe Studiengestaltung und einen optimalen Berufseinstieg. Der Ratgeber ist als Download verfügbar und enthält unter anderem Interviews mit beruflich erfolgreichen Absolventen, die ihre Erfahrungen weitergeben.
 
Von der Theorie in die Praxis
 
Der wichtigste Tipp lautet durch die Bank: Schon während des Studiums sollten berufliche Erfahrungen gesammelt werden. Wer „nur“ studiert, hat später am Arbeitsmarkt schlechte Karten, denn Unternehmen erwarten, dass Bewerber erste Praxiserfahrungen mitbringen. Diese lassen sich in Form von fachnahen Praktika, Sprachkursen, Auslandssemestern und studienbegleitenden Zusatzqualifikationen in Bereichen wie Betriebswirtschaftliches Grundwissen, EDV oder Projektmanagement erwerben. Im Idealfall dient auch der Studentenjob nicht nur dem Broterwerb, sondern bildet weiter. Wer Journalist werden möchte, arbeitet während des Studiums für die Lokalzeitung, Studierende der Kunstwissenschaft helfen im Museum aus.
 
Das Studium praxisnah gestalten
 
Entsprechend dieser Anforderungen sollte die Wahl des Studienortes und die Studienplanung erfolgen. Viele Hochschulen sind zwar immer noch vorwiegend forschungsorientiert, wer aber keine akademische Laufbahn plant, findet auch stärker auf die Praxis ausgerichtete Studiengänge. Die Möglichkeit, am Studienort qualifizierende Praktika und Jobs zu finden und internationale Austauschprogramme können ebenfalls eine Rolle bei der Wahl des Studienorts spielen.
 
Schaffen Studierende frühzeitig die Voraussetzungen für ein praxisbezogenes Studium und nehmen die entsprechenden Angebote wahr, steigen die Chancen auf einen erfolgreichen Berufseinstieg enorm.